Flyeraktion im “Englischen Viertel”

Vor wenigen Tagen gab es eine größere Info-Aktion zur Lage der bedrohten WG in der Dubliner Straße 8. Die Serie Verdrängt in Berlin berichtet in bereits mehr als 30 Folgen über den Kampf der Nachbar*innen gegen die Schikanen von Eigentümer*innen und Justiz. In den verteilten Info-Flyer heißt es:

An die Nachbar*innen im “Englischen Viertel”

Eine Wohnung in der Dublinerstraße ist demnächst akut von Räumung bedroht.

Nachdem unseren Freund*innen in der Wohngemeinschaft in der Dubliner Straße wegen absurder Begründungen der Mietvertrag vor zweieinhalb Jahren gekündigt wurde, ist die Wohngemeinschaft akut von einer Zwangsräumung bedroht. Nach einem langen Rechtsstreit, in dem die Hausverwaltung behauptet, dass die Wohngemeinschaft keine wirkliche Wohngemeinschaft sei und deshalb keine Hauptmieter*innen austauschen darf, gab nun das Gericht für die Kündigung grünes Licht.

Während die Hausverwaltung zu Beginn der Miete vor einigen Jahren selbst noch von einer Wohngemeinschaft sprach, sagt sie nun, dass sie keine sei. Nach einem Austausch des Hauptmieters in der WG kam plötzlich die Kündigung. Solch fadenscheinige und völlig absurde Begründungen für Kündigungen gibt es überall in Berlin. Dabei geht es nur darum, bei der Neuausstellung eines Mietvertrags die Miete endlich zu erhöhen. Aber auch das zuständige Amtsgericht Wedding zeigte in diesem Fall mal wieder deutlich, dass es nur im Interesse der Hauseigentümer handelt. Die Interessen der Mieter*innen und vor allem die Schwierigkeit in Berlin eine neuen Wohnung zu finden, interessieren scheinbar nicht. Keine Chance für die Logik, dass es sich bei vier nicht-verwandten Menschen in einer Wohnung definitiv um eine Wohngemeinschaft handelt.

Stattdessen: Räumung und drohende Obdachlosigkeit.

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Veranstaltungsbericht: Wohnen im Wedding – Wir bleiben und kämpfen!

Am Freitag, den 12.01.2018 trafen sich viele langjährige und neue Unterstützer*innen der WG aus der Dubliner Straße 8 zur Lesung “Verdrängt in Berlin!” im FAU-Lokal (Grüntaler Straße 24, 13357 Berlin).

Gelesen wurden Highlights aus der Serie “Verdrängt in Berlin” rund um den Kampf der widerständigen 4er-WG gegen die Großvenediger GmbH und die Martina-Schaale-Hausverwaltung, ebenso wie aus irrwitzigen Hausverwaltungs- und Gerichtsschreiben sowie Berichten über kreative Protest- und Solidaritätsaktionen.

Obgleich die absurden und konstruierten Argumentationen der Hausverwaltung, des klagenden Rechtsanwalts Hans Georg Helwig sowie der zuständigen Richter*innen für bizarr-komische Momente sorgten, wurde in der anschließenden Diskussion einmal mehr klar, dass diese Verdrängungskampagne Struktur hat und kein Einzelfall ist. Der kapitalistischen Verwertung von Wohnraum, parteilicher “Rechtsprechung” und schrittweiser Schwächung der Mieter*innenrechte stellen sich jedoch immer mehr betroffene und solidarische Menschen organisiert und wütend entgegen.

Insbesondere jetzt, da die Berufung durch das Landgericht abgewiesen wurde und die WG akut räumungsbedroht ist, heißt es: Wir sind viele, wir bleiben und kämpfen für unseren Wohnraum!

Rassistischer Angriff im Wedding!

Mit Gefühlen der Solidarität für die betroffene Person und Wut gegen die zwei Täterinnen* haben wir von dem rassistisch motivierten Angriff am 09.01.2018 in der Amrumer Straße (Buslinie 221) erfahren.
Nachdem die Täterinnen* sich rassistisch über eine aussteigende Person geäußert hatten, konfrontierte eine im Bus verbliebene Person die Täterinnen* widerständig mit deren rassistischen Äußerung. Daraufhin wurde diese ebenfalls rassistisch beleidigt und in das Gesicht geschlagen.

Wir von ‘Hände weg vom Wedding’ zeigen uns solidarisch mit Deiner kämpferischen, antirassistischen Aktion und möchten Dir die Möglichkeit des Austauschs, der Vernetzung mit beratenden Initiativen oder der Planung gemeinsamer Aktionen anbieten.

Melde Dich gerne über unsere Kanäle.

Solidarische Grüße,
Hände weg vom Wedding

Kolonie Togo im Wedding

Rassismus geht uns alle an! Niemand kann sich davon freimachen und täglich findet die rassistische Praxis im Denken und Handeln Anwendung. Dies zeigt sich mal wieder im Kleingartenverein “Togo”, wo ein Eisernes Kreuz auf einer Schwarz-Weiß-Roten Fahne (Reichskriegsflagge) wochenlang hängt, ohne das aktiv dagegen vorgegangen wird.

Scheinbar sind Monarchie, Untertanentum, Kolonialismus, Militarismus und soziale Verelendung genau die gesellschaftlichen Eckpfeiler, in denen sich so manche Pächter*innen im Verein wiederfinden wollen. Auch der koloniale Bezug im Namen des Vereins ist seit Jahrzehnten immer wieder problematisiert worden. Gerade eine “Dauerkleingartenkolonie Togo” im sogenannten “Afrikanischen Viertel” ist ein bitteres Beispiel des fortwährenden deutschen Kolonialismus. Neben der zukünftigen Umbenennung von, nach deutschen Kolonialverbrechern benannten Straßen, wäre die Änderung des Namens der Kleingartenkolonie längst überfällig. Das sich der Vorstand des Vereins dazu hinreissen lässt, erscheint fraglich.

Gegen die Normalisierung solcher Zustände und die stumme Inkaufnahme menschenverachtender Symboliken in mitten unserer Nachbarschaft müssen wir alle aktiv werden!

Der Verein freut sich sicher über aktive antirassistische Mitarbeit und Hinweise über ihre Pächter*innen! Kein Raum für Rassismus und Faschismus. Auch nicht in der Laube…

Anschrift des Vereins
Müllerstraße 102-112, 13351 Berlin
Tel. 030 4527915

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