Verdrängt in Berlin – Folge 39 – Einbruch im Auftrag der Hausverwaltung

Auch andere Mieter*innen werden von der Hausverwaltung schikaniert. Eine Mieterin berichtete, dass ihr ebenfalls die Einsicht in die Betriebskostenbelege verweigert wurde. Als sie die überzogene Rechnung nicht beglich, wurde ihr gekündigt. Nur durch Beziehungen zu einem der Gesellschafter der Großvenediger GmbH gelang ihr die Abwendung der Zwangsräumung. Doch es geht noch viel krasser:
Die Nachbarin der WG berichtete, dass sie im Urlaub war. Verständlicherweise hatte sie die Heizung abgestellt, bevor sie losfuhr. Einer der WG-Bewohner sah dann einen Zettel an ihrer Tür, auf dem stand, dass sie sich bei der Hausverwaltung melden solle. Als sie nicht reagierte, weil sie im Urlaub war, schickte die Hausverwaltung Einbrecher, die ohne ihr Wissen und ohne Genehmigung ihre Tür mit Gewalt öffneten, das Schloss austauschten und verschlossen. Angeblich um die Heizung anzustellen! Als sie zurückkam, stand sie vor verschlossener Tür und musste lange beim Hausmeister betteln, bevor sie irgendwann reingelassen wurde. Als sie sich über den Einbruch beschwerte, schickte die Hausverwaltung gleich eine fristlose Kündigung als Rache dafür, dass sie es wagte, den Einbruch zu kritisieren. Erst nach einer Geldzahlung an die Verwaltung wurde die Kündigung zurückgenommen.
Wie in Folge 38 berichtet, fantasierte die Hausverwaltung einen Hausfriedensbruch herbei und erstattete Strafanzeige. In dem Strafverfahren erlitt sie nun die verdiente, krachende Niederlage – und das nicht erst vor Gericht. Die Amtsanwaltschaft Berlin konnte ihren Hirngespinsten offenbar nicht viel abgewinnen und stellte das Verfahren kommentarlos ein.

Die letzte Folge verpasst? Hier gibt es alle Folgen gesammelt.

Verdrängung beginnt hier!: Enter Berlin

Mit dem zweiten Projekt „Enter Berlin“, will die Schweizer „Townscape One Developement GmbH & Co. KG“ wie mit dem zuvor präsentierten Nachbarprojekt „Grow“ auf dem Berliner Mietmarkt für Gewerbe sprichwörtlich eindringen.

Seit Mitte 2018 wird hier gebaut, den Blick immer darauf gerichtet, in der „innovativsten Stadt der Bundesrepublik” ordentlich mitzuverdienen, wenn es um hohe Mieten geht. Anstatt dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, werden Bauflächen von Privatinvestor*innen für überteuerte Büro- und Verkaufsflächen für Start Ups und Geschäfte bebaut. Woher das Kapital für solche unnützen Projekte kommt? Private und gewerbliche Anleger*innen leihen das nötige (große) Geld, um hier Profiterwartungen erfüllt zu bekommen.

Das besondere an diesem ausführenden Unternehmen ist, dass sie das entsprechende Immobilienprojekt entwickeln und für die eigene Rendite sowie der sogenannten „Kapitaleinleger*innen“ sorgen.

Dieser Neubau ist Teil eines sich ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Die Kampagne Verdrängung beginnt hier begleitet kritisch die aktuellen Neubauprojekte im Kiez.

Verdrängung beginnt hier!: Studio B II

 

Auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbades lässt sich eine für Berlin typische und traurige Geschichte nachvollziehen. Das Bad, welches ehemals ein öffentliches und städtisches Schwimmbad der Berliner Bäder Betriebe war, wurde 2002 im Rahmen der neoliberalen Kürzungs- und Privatisierungswelle des Senats geschlossen und schließlich für wenige hunderttausend Euro an einen Privatinvestor verkauft. 2009 eröffnete der windige Investor Arne Piepgras das Stadtbad mit Ateliers, einem Café und einem Club. Nach jahrelangen Zwischenutzungen verkaufte Piepgras das Gebäude für mehrere Millionen.
Ein satter Profit also- und das mit nur wenigen Jahren Spekulationszeit. Nun hat die „Lambert Immobilien GmbH“ 333 Mikroappartements in den Größen von 18 bis 30 Quadratmetern errichtet. Dass hierbei nicht wie von manchen erhofft, günstiger Wohnraum entsteht, zeigt die Werbung mit Mietpreisen von ganzen 23,50 Euro pro Quadratmeter.

Die Zielgruppe ist klar: kapitalträchtige Investor*innen sollen in Berlin zum Kauf der z.T. Voll ausgestatteten Wohnungen bewogen werden, um sie schließlich teuer weiterzuvermieten. Bei der Wohnungsknappheit müssen da auch scho mal ein oder zwei zusätzliche Jobs ran, um sich diese „Edel-Abstellkammer” leisten zu können.

Dieser Neubau ist Teil eines sich ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Die Kampagne Verdrängung beginnt hier begleitet kritisch die aktuellen Neubauprojekte im Kiez.

Verdrängung beginnt hier!: Eigentumswohnungen in der Grüntaler Straße

 

Eigentumswohnungen in der Grüntaler Straße 58.

Der Name ist Programm?

Die Projektentwicklungsfirma „Agromex GmbH & Co“ sieht vor, in der Grüntaler Straße 58, 24 Wohnungen sowie eine Gewerbefläche und ein Gartenhaus mit weiteren 14 Wohnungen zu bauen. Die geneigten Leser*innen ahnen schon: das bedeutet nichts gutes. Bisher liegen sehr wenige Informationen vor, jedoch ist bei kurzer Recherche zum Unternehmen klar, dass sich diese vor allem auf das sogenannte „Premiumsegment” konzentriert.

Neben den Bauprojekten „Hotel an der Spree” in Treptow sowie das „Haus Gorki” könnte nun ein drittes sehr hochpreisiges Eigentumsobjekt im Wedding entstehen. Haltet also Augen auf und Ohren gespitzt!

Dieser Neubau ist Teil eines sich ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.


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