Posts Tagged ‘Zwangsräumung’

Flyeraktion im “Englischen Viertel”

Mittwoch, Januar 24th, 2018

Vor wenigen Tagen gab es eine größere Info-Aktion zur Lage der bedrohten WG in der Dubliner Straße 8. Die Serie Verdrängt in Berlin berichtet in bereits mehr als 30 Folgen über den Kampf der Nachbar*innen gegen die Schikanen von Eigentümer*innen und Justiz. In den verteilten Info-Flyer heißt es:

An die Nachbar*innen im “Englischen Viertel”

Eine Wohnung in der Dublinerstraße ist demnächst akut von Räumung bedroht.

Nachdem unseren Freund*innen in der Wohngemeinschaft in der Dubliner Straße wegen absurder Begründungen der Mietvertrag vor zweieinhalb Jahren gekündigt wurde, ist die Wohngemeinschaft akut von einer Zwangsräumung bedroht. Nach einem langen Rechtsstreit, in dem die Hausverwaltung behauptet, dass die Wohngemeinschaft keine wirkliche Wohngemeinschaft sei und deshalb keine Hauptmieter*innen austauschen darf, gab nun das Gericht für die Kündigung grünes Licht.

Während die Hausverwaltung zu Beginn der Miete vor einigen Jahren selbst noch von einer Wohngemeinschaft sprach, sagt sie nun, dass sie keine sei. Nach einem Austausch des Hauptmieters in der WG kam plötzlich die Kündigung. Solch fadenscheinige und völlig absurde Begründungen für Kündigungen gibt es überall in Berlin. Dabei geht es nur darum, bei der Neuausstellung eines Mietvertrags die Miete endlich zu erhöhen. Aber auch das zuständige Amtsgericht Wedding zeigte in diesem Fall mal wieder deutlich, dass es nur im Interesse der Hauseigentümer handelt. Die Interessen der Mieter*innen und vor allem die Schwierigkeit in Berlin eine neuen Wohnung zu finden, interessieren scheinbar nicht. Keine Chance für die Logik, dass es sich bei vier nicht-verwandten Menschen in einer Wohnung definitiv um eine Wohngemeinschaft handelt.

Stattdessen: Räumung und drohende Obdachlosigkeit.

(mehr …)

Veranstaltungsbericht: Wohnen im Wedding – Wir bleiben und kämpfen!

Mittwoch, Januar 17th, 2018

Am Freitag, den 12.01.2018 trafen sich viele langjährige und neue Unterstützer*innen der WG aus der Dubliner Straße 8 zur Lesung “Verdrängt in Berlin!” im FAU-Lokal (Grüntaler Straße 24, 13357 Berlin).

Gelesen wurden Highlights aus der Serie “Verdrängt in Berlin” rund um den Kampf der widerständigen 4er-WG gegen die Großvenediger GmbH und die Martina-Schaale-Hausverwaltung, ebenso wie aus irrwitzigen Hausverwaltungs- und Gerichtsschreiben sowie Berichten über kreative Protest- und Solidaritätsaktionen.

Obgleich die absurden und konstruierten Argumentationen der Hausverwaltung, des klagenden Rechtsanwalts Hans Georg Helwig sowie der zuständigen Richter*innen für bizarr-komische Momente sorgten, wurde in der anschließenden Diskussion einmal mehr klar, dass diese Verdrängungskampagne Struktur hat und kein Einzelfall ist. Der kapitalistischen Verwertung von Wohnraum, parteilicher “Rechtsprechung” und schrittweiser Schwächung der Mieter*innenrechte stellen sich jedoch immer mehr betroffene und solidarische Menschen organisiert und wütend entgegen.

Insbesondere jetzt, da die Berufung durch das Landgericht abgewiesen wurde und die WG akut räumungsbedroht ist, heißt es: Wir sind viele, wir bleiben und kämpfen für unseren Wohnraum!

Verdrängt in Berlin: Folge 31 – Vielfache Abzocke über die Betriebskosten

Donnerstag, Dezember 21st, 2017

Neben der erzwungenen Zahlung der Sicherheitsleistung von 4500 € versucht die Martina-Schaale-Hausverwaltung Berlin die WG durch fehlerhafte Betriebskostenabrechnungen über den Tisch zu ziehen. Sie rechnet dafür mehrere, nicht umlagefähige Kosten, z.B. die Lohnnebenkosten, die nicht erklärt werden sowie die Kosten der Dachrinnenreinigung ab. Zusätzlich dazu berechnet sie die Betriebskosten auf Grundlage einer Wohnungsfläche, die größer ist als im Mietvertrag angegeben. Betriebskosten von Gewerbe- und Wohnungsmietenden werden wieder nicht getrennt. Es handelt sich eindeutig um Vorsatz, weil die WG und der Berliner Mieterverein diese Punkte schon seit Jahren kritisieren. Neben diesen und zahlreichen weiteren Fehlern nimmt sie zur Berechnung des Betriebskostenguthabens eine um 660 € zu niedrige Betriebskostenvorauszahlung an.

Insgesamt hat die WG alleine im Jahr 2016 eine vierstellige Summe an Betriebskosten zu viel gezahlt. Für das Jahr 2012 erhielt die WG sogar gar keine Betriebskostenabrechnung und nach Aussage des früheren Anwalts, Detlev Pöthke, lohne sich eine Klage nicht. Wenig überraschend hat die Hausverwaltung wieder nicht auf die E-Mail, in der die WG eine Einsicht der Betriebskostenbelege fordert und die ihr gesetzlich zusteht, geantwortet.  (mehr …)

Verdrängt in Berlin: Folge 30 – Hurra, wir sind eine WG!

Mittwoch, Dezember 6th, 2017

Der findige neue Anwalt fand einen alten Brief von der Hausverwaltung, in dem sie die neue Eigentümerin bekannt gab. In diesem Brief wird die vermeintliche „Personenmehrzahl“ ausdrücklich als Wohngemeinschaft bezeichnet! Als einer der Bewohner die alten E-Mails durchsuchte, fand er darin eine E-Mail des Chefs der ersten Hausverwaltung, in dem die Mieter*innen ebenfalls als WG bezeichnet werden. Der Chef schrieb die E-Mail sogar vor dem Einzug der WG, sodass keiner mehr behaupten kann, bei Vertragsschluss sei nicht klar gewesen, dass es sich um eine WG handelt. Brisanterweise handelt es sich bei dem Chef um den Zeugen, den die WG vorschlug und der vom Richter Ralph Reifenrath nicht eingeladen wurde.

Erneut zeigt sich damit die Verlogenheit des kriminellen Filzes aus Großvenediger GmbH, Martina-Schaale-Hausverwaltung und des Rechtsanwalts Hans Georg Helwig. Jetzt ist es Zeit, auch die Rechte einer WG durchzusetzen, vor allem das Recht, Hauptmieter*innen auszutauschen! Ein weiterer Hauptmieter und Abha sind nämlich ausgezogen und es gibt Interessenten für die beiden freigewordenen Zimmer. Die beiden ausgezogenen Hauptmieter möchten aus dem Vertrag heraus und die beiden, die einziehen möchten, wollen auch gleichberechtigte Hauptmieter werden.

(mehr …)