Posts Tagged ‘Verdrängung’

Teil 1: Geschichten der Verdrängung

Dienstag, Oktober 17th, 2017

Wer ist dieser Skora? Ein Akteur der Verdrängung!

Was können wir tun? Solidarität mit bedrohten Mieter*innen zeigen!

Auf das Konto des Berliner Immobilieneigentümers Peter Alexander Skora und seiner Hausverwaltung gehen zahlreiche Verdrängungen von Mieter*innen, wie die von zwei Weddinger*innen. Sie wurden vor einem Jahr mithilfe des Amtsgerichtes Wedding aus ihrer Wohnung geworfen, obwohl die vorherigen mündliche Absprachen mit dem Eigentümer anderes versprachen.

Über ihre Erfahrungen, den eigenen Wohnraum in einer Stadt mit einem massiven Konkurrenzdruck auf dem Wohnungsmarkt, gewaltsam entzogen zu bekommen, haben beide betroffene Person, V. und S., Texte geschrieben. Sie sollen die Kälte und Brutalität dieses auf Profit und Rendite ausgerichteten Systems verdeutlichen.

Meine eigentliche unbeschwerte WG-Situation

Als ich 2013 nach Berlin gezogen bin, habe ich natürlich aus allen Ecken gehört, dass das sehr schwierig sei, ein WG-Zimmer zu finden. Ich wusste noch nicht, ob ich sofort einen Job finden würde und kann auch sonst keine Eltern vorweisen, die viel Geld besitzen. Deswegen habe ich ein WG-Gesuch geschaltet, statt alle WG-Angebote selbst zu durchforsten und habe tatsächlich eine tolle 3-er WG im Wedding gefunden. Das war noch mit einem Vertrag, in dem Untermieterwechsel wohl kein Problem gewesen sind, sodass ich mich auch ganz „normal“ beim Bürgeramt im Wedding als neue Anwohnerin melden konnte. 

Die Wohnung war zwar etwas heruntergekommen und außerdem antwortete der Vermieter Skora eh auf Nichts, sodass wir kleine Reparaturen an Dusche, Küche etc. einfach selber organisierten. 

Dass Skora sich nicht viel um die anderen Mieter*innen kümmert, habe ich im Laufe meiner WG-Zeit im Wedding auch von anderen Nachbar*innen gehört. 

Nichtsdestotrotz hatte ich ein Zuhause. Ich war gemeldet, habe meine Miete pünktlich überwiesen und hatte keine Angst, dass man mir auf einmal das Dach über dem Kopf wegnehmen würde. Ich selber würde mich als tolle Mieterin beschreiben, die nicht bei jeder Kleinigkeit Beschwerde einlegt, sondern einfach versucht einen unkomplizierten Umgang oder Lösung, die gut für alle ist, zu finden. 

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Verdrängt in Berlin: Folge 27 – Eigentümerin will Zwangsräumung statt Vergleich

Montag, Oktober 9th, 2017

Das Amtsgericht Wedding schlug der Eigentümerin und der Kommune einen Vergleich vor, bei dem die Kommune die Hälfte der strittigen Mietminderung zurückzahlen und zwei Drittel der Gerichtskosten der ersten Instanz und die Hälfte der Gerichtskosten der zweiten Instanz tragen muss und dafür in der Wohnung bleiben kann. Weiterhin hat Abha keine Besitzansprüche an der Wohnung. Die Kommune wurde in dem Vergleich zur Wohngemeinschaft erklärt, die einzelne Mieter*innen austauschen darf. Der Vergleich legte der Kommune strenge Regeln auf und verbot eine Mietminderung wegen des muffigen Geruchs durch den Wasserschaden.

Die Kommune stimmte dem Vergleich zu um endlich den Rechtsstreit zu beenden. Die Eigenümerin ließ durch ihren Anwalt erklären, dass sie den Vergleich ablehnt und zeigte damit nochmals deutlich ihre Kompromisslosigkeit, Skupellosigkeit und Gewaltbereitschaft indem sie weiterhin eine Zwangsräumung anstrebt.

Verdrängt in Berlin: Folge 26 – Verhandlung Amtsgericht Wedding

Samstag, September 30th, 2017

Nachdem die Großvenediger GmbH mit ihrem ersten Räumungsversuch kläglich scheiterte, dachten sich ihre Anwälte neue Kündigungsgründe aus. Nun sollte die „Überlassung der Wohnung an Dritte“ einen Kündigungsgrund darstellen. Der Anwalt der Kommune hatte angezeigt, dass Abha als Hauptmieter einzieht nachdem eine andere Hauptmieterin auszog. Statt den Wechsel zu genehmigen, fragte die Eigentümerin nach Midos wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen und beklagte sich darüber, dass die Kommune keine Belege für seine „Solvenz und Friedlichkeit“ vorlegte. Der berüchtigte Richter Ralph Reifenrath sah darin einen Kündigungsgrund. Deshalb lud er den Zeugen zu dem Wasserschaden gar nicht ein, weil ein Kündigungsgrund ausreicht. Die Kommune sei auch keine WG, weil es sich um zwei eheähnliche Gemeinschaften handeln könne. Deshalb habe sie nicht das Recht, Hauptmieter auszutauschen.

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Halbes Hähnchen vom Himmel – Zwangsräumungen in Berlin Infoveranstaltung und Film

Montag, Juli 17th, 2017

Am brutalen Akt der Zwangsräumung zeigt sich die Unmenschlichkeit kapitalistischer Wohnungspolitik besonders deutlich – egal, wer gerade im Senat sitzt. Hände weg vom Wedding wird über die aktuelle stadtpolitische Lage und den Kampf gegen Zwangsräumungen und Verdrängung im Wedding berichten. Mireia Guzmán wird ihren Film über die Kreuzberger Zwangsräumungsbetroffene Mevla W. vorstellen. Der Film „Halbes Hähnchen vom Himmel“ zeigt, wie sich Frau W. bewaffnet mit Greifarm und handgeschriebenen Briefen an Berliner Gerichte dagegen wehrt, mit ihren 74 Jahren ihre Wohnung und soziales Umfeld zu verlieren. Das Berliner Bündnis Zwangsräumung verhindern! unterstützt Frau W. dabei und zeigt sich dort bis heute solidarisch mit Menschen, die vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind.

Freitag 21.7. | 19:00 Uhr | FAU-Lokal, Grüntaler Straße 24, Berlin-Gesundbrunnen