Posts Tagged ‘Verdrängung’

Verdrängung beginnt hier: Liesenstraße 10

Dienstag, Mai 16th, 2017

Mal ehrlich: hättest du Lust auf Geheimdienst-Angestellte im Kiez?

Die baupolitischen Schweinereien in dieser Stadt nehmen ja bekanntlich kein Ende. Warum sollte es mit diesem Luxus-Bauprojekt auch anders sein. Elf Wohnungen sollen hier entstehen. Natürlich sozialverträglich á la Berlin, ab 4.428€/m². Wer die Zielgruppe ist, wird auch recht schnell klar: auch mit der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in der Chausseestraße wird fleißig geworben. Also aufgepasst: bald können Mitarbeiter*innen des Geheimdienstes in unseren Straßen vermehrt auf Wohnungssuche umherstreifen. Gruselige Vorstellung, oder?

Mitfinanziert wird dieser Betonklotz für Reiche übrigens von der Berliner Volksbank. Der Bau hat noch nicht begonnen, derzeit können nur Reservierungen vorgenommen werden. Ein lauter und widerständiger Kiez kann sicherlich die eine oder andere Person auf der Suche nach Wohneigentum bzw. teurem Wohnraum abschrecken und Investor*innen es sich zweimal überlegen lassen, ob sie ihre Profitinteressen hier verwirklichen wollen.

LIESEN10 | Liesenstraße 10, 13355 Berlin | exklusiv-immobilien-berlin.de/neuba... | BBT GmbH/ Berliner Volksbank Immobilien GmbH

Dieser Neubau ist Teil eines sich ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Weitere Folgen werden wöchentlich hier veröffentlicht oder bei facebook und twitter

Verdrängung beginnt hier: Youniq

Dienstag, April 11th, 2017

Youniq | Müllerstr. 34/Utrecher Str., 13347 Berlin | http://www.youniq.de/de/mieten/mullerstr-34| CORESTATE Capital Group

Der Immobilieninvestor “CORESTATE Capital Group” hat sich was ganz neues für den Wedding ausgedacht: ein hochwertiger Student*innen-Wohnkomplex. Youniq! 160 möblierte Wohnungen mit „Community Spaces“ und auf die „zukünftigen Nutzern“ zugeschnittenen Einzelhandel. Da können die paar übriggebliebenen Cents gleich wieder ausgegeben werden.

Bei diesem Bauprojekt kommen keine bezahlbaren Wohnungen für Studierende herum. Für die 18 m² bis 45 m² müssen die vermeintlichen Studis dann eine Miete von 499,00 € bis 1.119,00 € berappen. Auf der Website des Unternehmens mit Sitz in Luxemburg (Überraschung an!) wird vom hohen „Wertsteigerungspotenzial“ geschwärmt. Der „Chief Investment Officer“ Thomas Landschreiber argumentiert auch ganz unverhohlen für die langfristige Nachfrage nach solchen Wohnungen damit, dass „der Bedarf durch kontinuierlich steigende Erstsemesterzahlen gestärkt wird, die in Kombination mit leeren Kassen bei staatlichen oder konfessionellen Betreibern nicht nur Vollvermietung, sondern lange Wartelisten garantieren“. In den vergangenen Folgen haben wir bereits sehen können, was es bedeutet, wenn die Privatwirtschaft einen irgendwie formulierten „sozialen Auftrag“ bekannt gibt. Aus der Wohnungsnot wird hier eine Profitabsicherung. Studierende sind derzeit ein lohnendes Geschäft. Allerdings werden sich bei Mietpreise von deutlich über 25 Euro pro m² bis zu über 30 m² normale Studis ein solches Zimmer kaum leisten können (Überraschung aus!). Im Übrigen wirken sich dann diese absurden Mietpreise auch auf den Mietspiegel der umliegenden Mietwohnungen aus. Wedding sagt danke.
Ein kleiner „Vertreibungs-Fact“ zum Schluss: Berater des Unternehmens ist übrigens der frühere Bundespräsident Christian Wulff.
Diese Neubauten sind Teil eines ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Bisher veröffentlichte Bauten und ein Zwischenresümee der Kampagne finder ihr hier.

April-Tresen: Verdrängung beginnt hier! Teil 2 der Infoveranstaltungsreihe

Donnerstag, März 30th, 2017

06.04.2017 | 20 Uhr  | Café Cralle | Hochstädter Str. 10A

In Berlin pfeifen es die Spatzen von den Dächern: wir brauchen Wohnungen. Und das Credo des Berliner Senats heißt auch heute noch: Bauen! Bauen! Bauen!

An vielen Stellen werden marode Gebäude abgerissen, die letzten Brachflächen bebaut und wir stellen uns die Frage: Wer baut hier eigentlich was und für wen? Im Rahmen des zweiten Teils der Veranstaltung gehen wir gemeinsam auf aktuelle Bauprojekte in den Kiezen ein und stellen die Frage, ob sie wirklich den aktuellen Bedarf an Wohnraum decken können und welche Auswirkungen die Errichtung dieser Bauten auf den umliegenden Kiez haben.

Seit Dezember 2016 werden unter dem Slogan “Verdrängung beginnt hier”, virtuell und in den betreffenden Kiezen, Bauprojekte mit Plakaten in das Licht der Öffentlichkeit gebracht. (Hier ein Zwischenresümee) Das Ziel ist, die Hintergründe und die fatalen Konsequenzen dieser auf Profit- und Renditemaximierung gesteuerten Baupolitik bekannter zu machen und Möglichkeiten der Gegenwehr zu erörtern. Am 30.04. gehen wir im Rahmen der antikapitalistischen Demonstration “Organize- selbstorganisiert gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung” auf die Straße und passieren einige dieser renditeträchtigen Bauprojekte.

(mehr …)