Posts Tagged ‘Solidarität’

Veranstaltung: Solidarität mit der Selbstverwaltung in Errekaleor

Dienstag, Juli 11th, 2017

Argi Izpiak Iluntasunean – Ein Lichtstreif in der Dunkelheit

Errekaleor (Baskenland) ist eine der größten besetzten Gemeinden in Europa. In ihr leben und arbeiten mehr als 150 Menschen. Die Struktur besteht aus der Selbstverwaltung einer eigenen Bäckerei, einer Bibliothek, einem zwei Hektar großen Gemüsegarten sowie einer Druckerei. Das kommunale Leben orientiert sich an Ratsbeschlüssen welche in Versammlungen kollektv erarbeitet werden und ist horizontal organisiert. Die Nachbarschaft, ein altes Arbeiter*innenviertel der 1960er Jahre, befindet sich in der Stadt Vittoria-Gasteiz und diente dazu Arbeitsmigrant*innen auf spanischem Staatsgebiet anzusiedeln. Aufgrund aggressiver Immobilienspekulationen, befördert und geduldet durch die Stadtverwaltung, verwandelte sich die Nachbarschaft zunehmend in eine Geisterstadt. Die Folge: massenhafter Leerstand. Doch im Jahr 2013 besetzen 10 Studenten das erste Haus.

Das staatliche Unternehmen “Ensanche 21”, welches das gesamte Gelände erwarb und das Stadtparlament wollen Errekaleor räumen und die dort lebenden Menschen auf die Straße setzen. Wie real diese Bedrohung für die Nachbarschaft ist, zeigt der letzte Angriff der Polizei am 18. Mai dieses Jahr. Trotz großer Solidarität und Blockadeaktionen, wurde durch ein riesiges Aufgebot das Gemeindezentrum von der Stromversorgung abgeschnitten. Ein alarmierendes Signal für den Kampf vor Ort und den Fortbestand der selbstverwalteten Infrastruktur, also das kommunale Leben der Bewohner*innen.

Im Laufe des Vortrags wird eine ehemals in Errekaleor beteiligte Person die Geschichte dieser Gemeinde schildern, Einblicke in den lokalen Organisierungsprozess geben und Perspektiven des andauernden Kampfes aufzeigen.

Di. 18.07. | 20 Uhr | Café Cralle | Hochstädter Str. 10a

Der Vortrag wird in englischer Sprache stattfinden. Flüsterübersetzung kann organisiert werden!

Hinweis: Laufendes Crowdfunding für Solaranlage zur autonomen Energieversorgung:

Errekaleor Bizirik – Argi izpiak iluntasunean – A little light in the darkness

Bericht einer solidarischen Prozessbegleitung vom 09.08.16

Dienstag, August 16th, 2016

vonunten

Nach dem Protest ist vor der nächsten Zwangsräumung, leider der Alltag in Berlin und vielen anderen Städten. Die Weddinger Daily Soap “Verdrängt in Berlin” widmet sich beispielhaft und entschlossen die Prozesse, von täglicher Verdrängung und Mietenstress im Kiez, sichtbar zu machen. Nachbar*innen waren mit dabei als es für die von Zwangsräumung bedrohte WG vor Gericht ging:

Am Dienstag, den 9.8. war der die Berufungsverhandlung am Landgericht zur WG in der Dubliner Straße im Wedding. Davor gab es eine Kundgebung mit einem guten Dutzend Unterstützer*innen. Die Berufung am Landgericht hatte für die Zwangsräumung, sie war aber bereits für den 17. August angekündigt, aufschiebende Wirkung.

Der komplette Text bei Zwangsräumungen verhindern

Kämpferisch geht es weiter! Wenn ihr betroffen seid dann kontaktiert die Nachbarschaft, tausch euch aus, holt euch unabhängige Rechtsberatung, dokumentiert öffentlich und organisiert euch im Haus. Alle sind von steigenden Mieten betroffen.

Solidarität mit den Mieten- und Arbeitskämpfen im Stadtteil

Samstag, Juli 2nd, 2016

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Die Aktions- und Protestkassen sind wie immer nicht grad üppig gefüllt. Deshalb und weil wir mit Unterstützer*innen, Freund*innen, Bekannten und Gefährt*innen einen gehaltvollen und spaßigen Abend verbringen wollen, steigt da was am 08. Juli ab 19 Uhr in den Räumen des Subversiv. Diese findet ihr in der Brunnenstraße 7, 10119 Berlin.

Veranstaltung – Mieten runter – Löhne und Gehälter hoch, Alltagswiderstand am Beispiel des Wedding mit Erwerbsloseninitiative BASTAPeter Nowak und Filmemacher Matthias Coers (Mietrebellen, 2014)

Party – Live Bands u.a. Zerfetzt, Turtle Rage und danach Tekno, Drum’n’Bass, Hardtek mit Maarten Monoton, IRA und MASHKALJ und mehr

Essen gibt es auch, also kommt rum und habt ein gute Zeit.

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Solidarität mit den Mieter*innen der Koloniestraße!

Dienstag, März 15th, 2016
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Berlin? Kannste dir kaum noch leisten!
Wir, die stadtpolitische Gruppe “Hände weg vom Wedding”, grüßen die aktiven und widerständigen Mieter*innen aus der Koloniestraße. Eure Selbstorganisierung gegen die Widerwärtigkeiten des Berliner, ehemaligen “sozialen Wohnungsbaus” gibt uns allen Kraft und Perspektive in diesen kalten Zeiten. 
Während wir hier gemeinsam vor dem dubiosen “Konglomerat” aus Claus Hausverwaltung GmbH und der ImmoNexxt GmbH an den Tegeler Borsigwerken stehen, wird von diesen Akteur*innen weiter versucht, Menschen aus ihren Wohnungen zu drängen. Während die Hausverwaltung Mieter*innen mit überzogenen Mietererhöhungen weiter zum Auszug zu zwingen will, müssen wir umso entschlossener zusammenstehen! 
Sie rechnen mit Vereinzelung und Angst- wir jedoch kämpfen solidarisch und kollektiv. Auf dem Portal “Immobilienscout24.de” werden inzwischen die ersten Wohnungen in der Koloniestraße angeboten- zu dreisten Mieten. Sie rechnen mit fetten Renditen, wir jedoch werden ihnen diese Suppe gehörig versalzen.
In Zeiten einer unsozialen Stadtpolitik, einer kapitalistischen Wohnungsmarktpolitik durch Senat und Investor*innen, sind es gerade die vermeintlich “kleinen” und “weniger sichtbaren” Kämpfe, die für eine andere Perspektive streiten. Auf allen Ebenen müssen diese Kämpfe unterstützt werden, öffentlich gemacht werden, Möglichkeiten der Solidarisierung im Kiez, in der Stadt, geschaffen werden.
Auch in Zukunft werden wir diese Kämpfe unterstützen- am 30.04. um 16:30 Uhr gehen wir daher gemeinsam auf die Straße. Entschlossen und praktisch vernetzt gehen wir gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung und für eine solidarische Stadt von unten auf die Straße. 
Auch außerhalb der Demo, tagtäglich gilt: Kämpfe gegen Rassismus und Verdrängung müssen verbunden werden. Nur so kann eine stadtweite, schlagfertige Bewegung von Tempelhof über Wedding bis in alle Ecken Berlins entstehen.
Das heutige, kollektive Wiederspruchsschreiben ist nur ein Mosaikstück- und wir sagen gemeinsam umso lauter: Hände weg von unseren Wohnungen! Hände weg vom unseren Kiezen! Wir bleiben alle!