Posts Tagged ‘Miete’

Verdrängt in Berlin: Folge 30 – Hurra, wir sind eine WG!

Mittwoch, Dezember 6th, 2017

Der findige neue Anwalt fand einen alten Brief von der Hausverwaltung, in dem sie die neue Eigentümerin bekannt gab. In diesem Brief wird die vermeintliche „Personenmehrzahl“ ausdrücklich als Wohngemeinschaft bezeichnet! Als einer der Bewohner die alten E-Mails durchsuchte, fand er darin eine E-Mail des Chefs der ersten Hausverwaltung, in dem die Mieter*innen ebenfalls als WG bezeichnet werden. Der Chef schrieb die E-Mail sogar vor dem Einzug der WG, sodass keiner mehr behaupten kann, bei Vertragsschluss sei nicht klar gewesen, dass es sich um eine WG handelt. Brisanterweise handelt es sich bei dem Chef um den Zeugen, den die WG vorschlug und der vom Richter Ralph Reifenrath nicht eingeladen wurde.

Erneut zeigt sich damit die Verlogenheit des kriminellen Filzes aus Großvenediger GmbH, Martina-Schaale-Hausverwaltung und des Rechtsanwalts Hans Georg Helwig. Jetzt ist es Zeit, auch die Rechte einer WG durchzusetzen, vor allem das Recht, Hauptmieter*innen auszutauschen! Ein weiterer Hauptmieter und Abha sind nämlich ausgezogen und es gibt Interessenten für die beiden freigewordenen Zimmer. Die beiden ausgezogenen Hauptmieter möchten aus dem Vertrag heraus und die beiden, die einziehen möchten, wollen auch gleichberechtigte Hauptmieter werden.

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Bericht vom Kiezspaziergang im Brunnenviertel

Dienstag, September 20th, 2016
Das Brunnenviertel, eingekeilt zwischen Prenzlauer Berg und Mitte, scheint eine Goldgrube für Immobilienspekulant*innen zu sein. Im letzten Mietspeigel verzeichnete dieser Kiez mit 14,99% einen ausgeprochen hohen Mietanstieg. Einen der höchsten der Stadt. Ein Schelm wer denkt, dass Zwangsräumungen, Privatisierungen kommunaler Wohnungen und alle anderen nur denkbaren stadtpolitischen Schweinereien weit sind. Haramstufe rot also!
Der Kiezrundgang setzte sich zum Ziel, Privatisierungen des öffentlichen Raumes, widerrechtliche Bebbauung von Grünflächen mit Luxuswohnungen, mögliche kommende Verdrängungswellen und Scheinprojekte des “sozialen Wohnungsbaus” zu markieren.
Die (Teil-)Privatisierung des Bahnhofvorplatzes am Fernbahnhof Gesundbrunnen sowie die Verdrängung gesellschaftlich prekarisierter Gruppen (z.B. wohnungslose Personen) durch Polizei und private Sicherheitskräfte bedeutete der Beginn des 1,5 stündigen Ganges. Vorbei ging es an den vermeintlich neuen “sozialen Wohnungsbau” Graunstraße/ Gleimstraße, in dem von 104 Wohnungen ganze 34 öffentlich gefördert sind. Dass diese durchschnittlich 6,50 Euro netto kalt pro m2 kosten und Personen, die AG2 beziehen diese Kosten vom Jobcenter nicht übernommen bekommen, scheint schon fast überflüssig zu erwähnen. Dennoch ließ sich der derzeitige Bausenator Andreas Geisel (SPD) dazu hinreißen, diese als “sozialverträgliche Mieten” im Rahmen des Richtfestes zu bezeichnen.
Auch der noch amtierende Baustadtrat Carsten Spallek (CDU), der jüngst in Mitte glamorös gescheiterte Bezirksbürgermeisterkandidat, lobte sich Anfang September, dass “Mitte spitze” sei, da der Bezirk seit Januar dieses Jahres ganze 1798 Wohnungen genehmigt hätte. Welche Art von Wohnungen das sind, brauchen wir hier wohl kaum erwähnen.
Anschließend ging es zum Mauerpark, wo die Groth-Gruppe dank des Berliner Filzes aus Parteipolitik und Bauindustrie umgewidmete Grünflächen mit teuren Eigentums- und Mietwohnungen bebauen wird.

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Auswertung der Mietenstopp – Demo vom 10.09.2016

Sonntag, September 18th, 2016
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Eine Woche vor den Wahlen in Berlin, startete am Samstag den 10. September 2016 eine Demonstration unter dem Motto “Mietenstopp – Gemeinsam gegen Verdrängung, Verarmung und den Ausverkauf der Stadt” vom Platz der Luftbrücke. Etwas mehr als 1000 Menschen darunter viele Nachbar*innen organisiert und engagiert in verschiedenen Initiativen, Gruppen, Vereinen und Bündnissen nahmen zu Beginn an dem Protest teil. Viel weniger allerdings als bei der letzten Mobilisierung im Jahr 2011. Die Gründe hierfür sind sicherlich vielfältig und gehören solidarisch analysiert und diskutiert. Einen Beitrag dazu soll diese Auswertung leisten.
Zum ersten Mal wurde aus einem spontanen Bündnis heraus zusätzlich zu einem Mietrebell*innen Block unter dem Motto “Berlin macht’s selber – Solidarisch, antikapitalistisch, selbstorganisiert.” aufgerufen. Bereits beim Auftakt wurde deutlich wie vielfältig die lokalen stadtpolitischen Kämpfe und Organisierungsprozesse verlaufen und sich aktuell zusammensetzen. Jede Initiative stellte ihren Kampf in ihrer Betroffenheit in der gegenwärtigen neoliberalen Stadtpolitik durch eigene Plakate, Schilder, Flyer, T-Shirts, Transparente und Redebeiträge dar. Die Wohnungspolitik hat sich zumindest vereinzelt und angetrieben durch vergangene beispielhafte Kampagnen und Aktionen wie diverse Mietenproteste, Mietenvolksentscheid, Blockaden von Zwangsräumungen, Widerstand in der Rigaer Straße etc., zu einem Motor der Selbstorganisierung unter den Mieter*innen dieser Stadt entwickelt. Wir als selbstorganisierte Mieter*innen verschiedenster Gruppen im Mietrebell*innen Block sehen diese Entwicklung positiv und betonen noch einmal das Potential lokaler Basisorganisierung in den Wohngemeinschaften, Wohnheimen, Lagern, Mietshäusern, Straßen und Kiezen gegen Verdrängung, soziale Ausgrenzung und Rassismus. Als organisierte Zusammenhänge sehen wir es als Erfolg an, gemeinsam an dieser Demonstration mit den uns zur Verfügung stehenden Kapazitäten und Möglichkeiten mobilisiert und teilgenommen zu haben. Einerseits mit dem Ziel den sehr guten Aufruf des Demobündnisses zu unterstützen sowie unsere eigenen Organisierungsprozesse untereinander zu verbessern. Das Ziel jedoch ist sicherlich die Sichtbarkeit und Ansprechbarkeit für alle Betroffenen im gemeinsamen Protest zu gewährleisten. Ein Protest von Mieter*innen für Mieter*innen, als Ausgangslage für Widerstand und Alternativen in diesem verlogenen Wahlzirkus.
Leider weisen wir selbstkritisch darauf hin das die Mitgestaltung des Mietrebell*innen Block im Vorbereitungsbündnis der Demonstration näher und direkter erfolgen muss. Viele technische und kommunikative Probleme hätten so vermieden werden können. Respekt an alle Aktivist*innen für den solidarischen Umgang. Weiterhin stellen wir fest, dass es neben einem Bedarf an einer grundsätzlichen Diskussion über Aktionsformen wie Demonstrationen sich auch die Frage gestellt werden muss, wie kann die Vielfältigkeit der Berliner Kieze im stadtpolitischen Bewegungen besser angesprochen, abgebildet und eingebunden werden? (mehr …)

Moabit/Brunnenviertel: Kiezspaziergänge im September

Mittwoch, September 14th, 2016
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Flyer

Vergangenen Sonntag veranstaltete die Initiative „Wem gehört Moabit?“ einen Kiezspaziergang zum Thema „Verdrängung und Mietsteigerung in Moabit-West“. Über 30 Interessierte fanden sich zusammen und lauschten den teils unfassbaren Berichten von Betroffenen zu der sich in Moabit vollziehenden Verdrängungsprozessen und den damit verbundenen Immobilienspekulation. Der Spaziergang führte entlang der Zwingli-, Hutten-, Berlichingen- und Beusselstraße bis hin zur “Refo”, also entlang typischer Entmietungstrategien mit Mieterhöhung durch Sanierungen, dem Geschäft mit Ferienwohnungen, täglichen Schikanen mit dem Presslufthammer, jahrelangen Baustellen und Drohkulissen durch anstehende Räumungen. Aber auch ein sich formierender Widerstand wurde aufgezeigt, Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft.

Der nächste Kiezspaziergang steht auch schon an! Am kommenden Sonntag den 18.09. (Wahltag) um 14 uhr gehen wir durch das Brunnenviertel unter dem Motto “Ausgrenzung und Spekulation im Brunnenviertel”. 

Wer ist verantwortlich? Wer profitiert? Wer ist betroffen? Und wie können wir gemeinsam Widerstand leisten?

Begleitet wird der Kiezspaziergang u.a. von der Berliner MieterGemeinschaft e.V. und der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Berlin.

Wir treffen uns um 14 Uhr vor dem S+U-Bhf. Gesundbrunnen an der Bushaltestelle der Linie 247.