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Drastische Bedingungen in der Notunterkunft Osloer Straße 23-26 in Berlin

Mittwoch, April 13th, 2016
rats

Foto einer Ratte unter einem Bett in der Notunterkunft: Osloer Straße / Rat under a bed in the Emergency Shelter

– English Version Below –

Die Lebensbedingungen in der Notunterkunft, Osloer Straße 23-26 in Berlin, reichen von schlecht zu schlechter. Die Menschen, die in “vorübergehend” Situation dort leben, prangern die Bedingungen an. Dazu gehören die ständige Schikanierung der Mitarbeitenden der Security Firma (WISAG) mitarbeitenden und des BTB Bildungszentrums. Diese Firmen erhalten tausende von Euros pro Monat vom Deutschen Staat. Sie sollen die Reinigung, Hygiene und Essensversorgung für Menschen sicherstellen, die hierher aus Kriegsregionen geflohen sind und Asyl beantragen.

Ein Tag in der Notunterkunft, Osloer Straße, ist ausreichend, um sich um die extreme Verletzbarkeit der Bewohner_innen Sorgen zu machen. Es folgen einige Details der momentanen Situation, die sich nicht zu ändern scheint.

Für diejenigen, die nicht das Gebäude kennen: es ist eine Notunterkunft in einer normalen Turnhallen einer Schule. In diesen Räumen gibt es Betten für über 250 Menschen. Frauen, Männer und Kinder leben alle gemeinsam im selben Raum, der ohne natürliche Außenluft und Licht auskommen muss und überbelegt und überfüllt ist. Zudem sind die sanitären Einrichtungen schlecht umgesetzt: es gibt u.a. keine Türen. Die Isolation der Menschen von den Bürger_innen der Stadt, Berlin, verhält sich proportional zur Fehlenden Privatsphäre dieser Menschen – worunter die Asylsuchenden leiden. Obendrein bedarf die schlechte Situation der Essensversorgung besonderer Erwähnung. Jeder Mensch wird es selbst realisieren, wie schlecht es ist jeden Tag ungesundes Catering Essen zu essen, welches nicht einmal den Gebräuchen und der Kultur der Bewohner_innen angepasst ist. Es ist beispielsweise nicht klar, ob das Essen „halal“ ist. Das Essen ist häufig nicht ausreichend, für die empfohlene Kalorien, die Erwachsenen und Kinder pro Tag zu sich nehmen sollten. (mehr …)

Pressemitteilung

Donnerstag, Februar 4th, 2016

Syrian woman expelled from Berlin refugee camp for defending human rights/ Syrische Frau wurde aus Notunterkunft in Berlin hinausgeworfen, weil sie ihre Menschrechte einforderte/ Mujer siria expulsada de un campamento para refugiados en Berlín por exigir derechos

 

English Version Below / versión española abajo

 

Syrische Frau wurde aus Notunterkunft in Berlin hinausgeworfen, weil sie ihre Menschrechte einforderte
Vivian ist eine junge Frau aus Syrien. Sie ist vor dem Bürgerkrieg, der in ihrem Land tobt, und vor den Folgen, wie Arbeitslosigkeit, Hunger und sozialem Chaos geflohen. Alleine ist sie die Route aus dem Mittleren Osten nach Deutschland angetreten. Jedoch ist ihre Geschichte in Deutschland nicht von Zuflucht sondern (symbolischer) Gewalt, Erniedrigung, Frauenfeindlichkeit und Missbrauch geprägt. Die folgenden Ereignisse sind ihre Beschreibungen.
Die Geschichte in Deutschland von Vivian beginnt in der kleinen Stadt, Lübeck, wo sie Asyl beantragte. Sie war dort für insgesamt fünf Tage und ihre ersten Erfahrungen waren ein Desaster. Sie musste einen Raum mit duzend Männern und Frauen teilen, was jeglichen Missbrauch erleichtere. Die Leitung hat weder Informationen herausgegeben noch Hilfe angeboten. Unter diesen Umständen wurde ihr dann mitgeteilt, dass es keinen Platz mehr für sie in dieser Unterkunft gäbe und sie nach Berlin gehen muss. Nachdem sie in Berlin am LAGESO angekommen ist, wurde ihr wieder von den Autoritäten gesagt, dass es kein Platz mehr gäbe und sie nach Frankfurt/Oder gehen muss. Was sie auch tat. Schon nach einigen Stunden wurde ihr wiederum von der Leitung der Unterkunft mitgeteilt, dass diese kein Platz mehr für sie hätten. Zurück in Berlin hat ein Sozialarbeiter sie informiert, dass es immer noch keinen Schlafplatz für sie gäbe. Vivian bat inständig um eine Unterkunft und die Möglichkeit zu duschen. Ohne jegliche Lösung der Behörden bot der Sozialarbeiter Vivian an, in dem Haus seiner Eltern zu bleiben, was Vivian dankbar annahm. Dort blieb sie für drei Tage. Die Familie nahm sie ohne etwas von ihr einzufordern auf. Vivian erklärte, dass sie niemals diese humane Reaktion vergessen werde.
Nach den drei Tagen kehrte sie zum LAGESO zurück, wo sie letztlich, nach langer Wartezeit, in eine Unterkunft gebracht wurde. Diese Unterkunft liegt im Wedding und ist eine Sporthalle der Herbert-Hoover-Oberschule, die als Notunterkunft genutzt wird, und von dem BTB-Bildungszentrum GmbH betrieben wird.

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Laut gegen Verdrängung! Lärm-Demo am 12.09. im Brunnenviertel!

Montag, August 24th, 2015

Bebauung des Mauerparks, Mieterhöhungen, Verdrängung: Widerstand!
Wir organisieren uns gemeinsam, denn wir wohnen alle hier und hier werden wir auch bleiben!symDie Stadt wird weiter ausverkauft. Für kapitalistische Interessen werden Grünflächen mit teuren Bauprojekten zerstört, Mieten erhöht, Mietwohnungen in Ferien- oder gleich Eigentumswohnungen umgewandelt. Wer den Renditeinteressen entgegensteht, wird kriminalisiert und auf Demonstrationen von der Berliner Polizei zusammengeschlagen. Wer sich, wie viele Menschen, die teuren Mieten nicht mehr leisten kann, wird mit der vereinten Gewalt von Eigentümer*in, Hausverwaltung, Gerichtsvollzieher*in und Polizei zwangsgeräumt und praktisch in die Wohnungslosigkeit geschickt. Am Beispiel der im Jahr 2013 zwangsgeräumten Rosemarie F. aus Reinickendorf, konnte die gesamte Stadt sehen, wie tödlich diese Praxis für die Betroffenen ist.

Alles für ein prächtiges kapitalistisches Projekt “Stadt”, in dem nur noch Profite und die totale Verwertung stehen.

Es ist inzwischen eine Binsenweisheit, dass in Berlin zu wenig Wohnraum entsteht, der nicht für die derzeitigen Gewinner*innen im Kapitalismus errichtet wird. Gated Communities wie die “Marthas Höfe” in Prenzlauer Berg und andere teure Eigentumswohnungen wie “The Green View” im Wedding sollen uns dahin vertreiben, wo wir die Profitinteressen weniger zu gefährden scheinen. Die tristen Vororte von Paris und anderen Metropolen zeigen auf, wohin die Fahrt gehen soll.

Rassismus und soziale Ausgrenzung…

Auch das Weddinger Brunnenviertel ist, wie zahlreiche Kieze in Moabit, Neukölln, Kreuzberg und vielen anderen Bezirken, seit einiger Zeit in den Fokus von Akteur*innen der neoliberalen Stadtaufwertung gerückt. Und nun hat die Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO vielen Mieter*innen angekündigt, dass ihre Mieten steigen werden. Potentiell sind ca. 6500 Wohnungen allein im Wedding betroffen. Anfang April hat die DEGEWO entschieden, dass sie die angebotenen Förderungen vom Senat zur Deckelung der Mieten ab 1. April nicht weiter nutzen möchte. Indem sie frühzeitig Förderdarlehen für sozialen Wohnungsbau an das Land Berlin abbezahlt hat, lässt sie die Wohnungen verfrüht aus dem Schutz der Mietpreisbindung fallen. Real werden es jetzt schon 1600 Wohnungen sein, bei denen die Miete massiv steigen wird. Die Folgen: Mieter*innen werden verdrängt und sollen einer wohlhabenderen Klientel weichen. Und jede Person kann die nächste sein. Gerade als “Ausweichbezirk” für den nahezu “durchgentrifizierten” Prenzlauer Berg, gerät der benachbarte Wedding immer stärker unter die Zahnräder von Mieterhöhung und Verdrängung.

…sowie die Selbstherrlichkeit der Herrschenden…

Statt auf die Interessen der Anwohner*innen einzugehen, finanziert der Senat dem stadtbekannten Investor Groth in unmittelbarer Nachbarschaft mit Zuschüssen in Millionenhöhe das private Bauprojekt am Mauerpark. Indem er in Person des Senators für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel (SPD) kurzerhand das Bauplan-Verfahren an sich zog und dieses überteuerte, grünflächenvernichtende und verfehlte Bauprojekt als vorbildlich und zu „außerordentlichem stadtpolitischen Interesse“ erklärte, bewies der Senat erneut: Uns interessiert nur der Profit!
Am Mauerpark sollen nun teure Eigentumswohnungen gebaut werden: Student*innenappartements mit Mieten um 20€/qm und ein paar, 120, Alibi-Wohnungen, die öffentlich gefördert 6,50€/qm kalt kosten sollen und von der Politik als “Sozialwohnungen” bezeichnet werden. Doch das liegt weit über dem, was das Jobcenter für Mieten zu bezahlen bereit ist.

…bekämpfen wir solidarisch und selbstorganisiert!

Die soziale Ausgrenzung sowie die Spaltung entlang rassistischer Kategorien bekämpfen wir am effektivsten gemeinsam. Rassismus auf dem Wohnungsmarkt und die prekäre Unterbringung von geflüchteten Menschen verschärfen die Situation für viele zusätzlich. Durch Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung wird versucht, die Frage nach Besitzverhältnissen zu verschleiern, indem bspw. versucht wird, Geflüchtete für wirtschaftliche Probleme mitverantwortlich zu machen. Dabei sind es kommunale Institutionen wie der Liegenschaftsfond und die LaGeSo (Landesamt für Gesundheit und Soziales), welche menschenunwürdige Wohnbedingungen für Menschen schaffen. Die herrschende Politik von Bezirk und Senat haben uns verdeutlicht, dass wir eine Selbstorganisierung nur jenseits von Parteien und Parlamenten schaffen können. Gemeinsam organisieren wir uns gegen die bewusste Vernichtung von günstigem Wohnraum, gegen Mieterhöhung, Verdrängung und Vernichtung von Grünflächen zugunsten kapitalistischer Interessen. Solidarisch und selbstorganisiert kämpfen wir von unten, denn die Stadt und Häuser gehören denen, die sie brauchen. Sagen wir stadtweit der neoliberalen Agenda von Bezirken, Senat und Investor*innen den Kampf an.

Keine Bebauung des Mauerparks! Keine Verdrängung von Anwohner*innen! Für eine starke Selbstorganisierung in den Kiezen!

12.09.2015 | 14 Uhr | Vinetaplatz (nahe U-Voltastr., Berlin-Wedding)

Lärm-Demo gegen Verdrängung! Bringt Töpfe, Pfannen und alles was Krach macht mit! danach: Aktionstag mit Musik, Straßentheater (GentrifiHÄÄ???), mobile Mietenberatung und beginnende Selbstorganisierung gegen Verdrängung. Kommt nach der Lärm-Demo mit uns zur Schwedter Straße 90/ Mauerpark (Ecke Kopenhagener Straße)

14.09.2015  | 19 Uhr | Stadtteilladen Brunnenviertel | Graunstraße 28

Solidarische Selbstorganisirung: Wir wollen gemeinsam mit Nachbar*innen ins Gespräch kommen, uns Organisieren und Handlungsoptionen gegen Steigende Mieten und Verdrängung ausloten.

In Kooperation mit der Mauerpark-Allianz / “Grenzen-los” Jugentheaterbüro Berlin / Kotti&Co / Zwangsrämung verhindern!