Posts Tagged ‘Lagerindustrie’

Stadtspazierung zu Ausgrenzung und Verdrängung im Wedding

Mittwoch, April 20th, 2016

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Auch der Wedding ist längst kein Ort mehr für alle Menschen. Ständige Polizeikontrollen, steigenden Mieten oder Stress auf Ämtern – das sind nur einige Beispiele für Prozesse von Ausgrenzung und Verdrängung in unseren Kiezen. Auf diese Weise erfahren immer mehr Menschen die Auswirkungen einer kapitalistischen Marktlogik tagtäglich am eigenen Leib. Trotzdem werden solche Prozesse einer neoliberalen Stadtumstrukturierung von den Verantwortlichen vor Ort oft geleugnet. Wir wollen uns mit euch in einem zweistündigen Spaziergang durch den Kiez auf die Suche nach Orten der Verdrängung und Ausgrenzung, aber auch des Widerstandes machen.
Die Veränderungen in der Stadt sind nicht natürlich, sondern von Menschen gemacht. Wer ist verantwortlich? Wer profitiert? Wer ist betroffen? Und wie können wir gemeinsam Widerstand leisten? Das sind nur einige Fragen, die wir versuchen wollen zu beantworten.Die Themenfelder umfassen dabei steigende Mieten, Zwangsräumungen, Rassismus im Alltag, Lagerindustrie, soziale Ausgrenzung und vieles mehr. Erst bilden wir uns, dann bilden wir Banden!

24.04.2016 | 14 Uhr | U-Bhf. Leopoldplatz, Ausgang vor der Nazarethkirche.

Drastische Bedingungen in der Notunterkunft Osloer Straße 23-26 in Berlin

Mittwoch, April 13th, 2016
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Foto einer Ratte unter einem Bett in der Notunterkunft: Osloer Straße / Rat under a bed in the Emergency Shelter

– English Version Below –

Die Lebensbedingungen in der Notunterkunft, Osloer Straße 23-26 in Berlin, reichen von schlecht zu schlechter. Die Menschen, die in “vorübergehend” Situation dort leben, prangern die Bedingungen an. Dazu gehören die ständige Schikanierung der Mitarbeitenden der Security Firma (WISAG) mitarbeitenden und des BTB Bildungszentrums. Diese Firmen erhalten tausende von Euros pro Monat vom Deutschen Staat. Sie sollen die Reinigung, Hygiene und Essensversorgung für Menschen sicherstellen, die hierher aus Kriegsregionen geflohen sind und Asyl beantragen.

Ein Tag in der Notunterkunft, Osloer Straße, ist ausreichend, um sich um die extreme Verletzbarkeit der Bewohner_innen Sorgen zu machen. Es folgen einige Details der momentanen Situation, die sich nicht zu ändern scheint.

Für diejenigen, die nicht das Gebäude kennen: es ist eine Notunterkunft in einer normalen Turnhallen einer Schule. In diesen Räumen gibt es Betten für über 250 Menschen. Frauen, Männer und Kinder leben alle gemeinsam im selben Raum, der ohne natürliche Außenluft und Licht auskommen muss und überbelegt und überfüllt ist. Zudem sind die sanitären Einrichtungen schlecht umgesetzt: es gibt u.a. keine Türen. Die Isolation der Menschen von den Bürger_innen der Stadt, Berlin, verhält sich proportional zur Fehlenden Privatsphäre dieser Menschen – worunter die Asylsuchenden leiden. Obendrein bedarf die schlechte Situation der Essensversorgung besonderer Erwähnung. Jeder Mensch wird es selbst realisieren, wie schlecht es ist jeden Tag ungesundes Catering Essen zu essen, welches nicht einmal den Gebräuchen und der Kultur der Bewohner_innen angepasst ist. Es ist beispielsweise nicht klar, ob das Essen „halal“ ist. Das Essen ist häufig nicht ausreichend, für die empfohlene Kalorien, die Erwachsenen und Kinder pro Tag zu sich nehmen sollten. (mehr …)

Pressemitteilung

Donnerstag, Februar 4th, 2016

Syrian woman expelled from Berlin refugee camp for defending human rights/ Syrische Frau wurde aus Notunterkunft in Berlin hinausgeworfen, weil sie ihre Menschrechte einforderte/ Mujer siria expulsada de un campamento para refugiados en Berlín por exigir derechos

 

English Version Below / versión española abajo

 

Syrische Frau wurde aus Notunterkunft in Berlin hinausgeworfen, weil sie ihre Menschrechte einforderte
Vivian ist eine junge Frau aus Syrien. Sie ist vor dem Bürgerkrieg, der in ihrem Land tobt, und vor den Folgen, wie Arbeitslosigkeit, Hunger und sozialem Chaos geflohen. Alleine ist sie die Route aus dem Mittleren Osten nach Deutschland angetreten. Jedoch ist ihre Geschichte in Deutschland nicht von Zuflucht sondern (symbolischer) Gewalt, Erniedrigung, Frauenfeindlichkeit und Missbrauch geprägt. Die folgenden Ereignisse sind ihre Beschreibungen.
Die Geschichte in Deutschland von Vivian beginnt in der kleinen Stadt, Lübeck, wo sie Asyl beantragte. Sie war dort für insgesamt fünf Tage und ihre ersten Erfahrungen waren ein Desaster. Sie musste einen Raum mit duzend Männern und Frauen teilen, was jeglichen Missbrauch erleichtere. Die Leitung hat weder Informationen herausgegeben noch Hilfe angeboten. Unter diesen Umständen wurde ihr dann mitgeteilt, dass es keinen Platz mehr für sie in dieser Unterkunft gäbe und sie nach Berlin gehen muss. Nachdem sie in Berlin am LAGESO angekommen ist, wurde ihr wieder von den Autoritäten gesagt, dass es kein Platz mehr gäbe und sie nach Frankfurt/Oder gehen muss. Was sie auch tat. Schon nach einigen Stunden wurde ihr wiederum von der Leitung der Unterkunft mitgeteilt, dass diese kein Platz mehr für sie hätten. Zurück in Berlin hat ein Sozialarbeiter sie informiert, dass es immer noch keinen Schlafplatz für sie gäbe. Vivian bat inständig um eine Unterkunft und die Möglichkeit zu duschen. Ohne jegliche Lösung der Behörden bot der Sozialarbeiter Vivian an, in dem Haus seiner Eltern zu bleiben, was Vivian dankbar annahm. Dort blieb sie für drei Tage. Die Familie nahm sie ohne etwas von ihr einzufordern auf. Vivian erklärte, dass sie niemals diese humane Reaktion vergessen werde.
Nach den drei Tagen kehrte sie zum LAGESO zurück, wo sie letztlich, nach langer Wartezeit, in eine Unterkunft gebracht wurde. Diese Unterkunft liegt im Wedding und ist eine Sporthalle der Herbert-Hoover-Oberschule, die als Notunterkunft genutzt wird, und von dem BTB-Bildungszentrum GmbH betrieben wird.

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