Posts Tagged ‘Ferienwohnung’

Über Ferienwohnungen und das “Zweckentfremdungsverbot”

Montag, Mai 16th, 2016

Leerstand und Ferienwohnungen enteignen!

Berlin und sein zahnloser Papiertiger:

Seit dem 01. Mai 2016 besteht es nun: das sogenannte Zweckentfremdungsverbotsgesetz. Mit diesem Gesetz, eingesetzt unter der Federführung vom Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD), soll nun den ausufernden Wuchs von Ferienwohnungen der Kampf angesagt werden. Nur nach vorheriger eingeholter Erlaubnis, sollen Mietwohnungen als Ferienwohnungen genutzt werden dürfen. Wer dagegen verstößt, kann mit Bußgeldern mit bis zu 100.000 Euro belegt werden.

Bereits im Vorfeld gab es immer wieder Druck von stadtteilpolitischen Initiativen, die auf die fortwährende Wohnraumverknappung – nicht unbedingt ausschießlich aber mitunter durch – Ferienwohnungen in zahlreichen Kiezen Berlins, hinwiesen. Durch Online-Portale wie Air b’n’b, 9flats und Wimdu sprießen die Angebote für Ferienwohnungen “günstiger als Hotels” in innerstädtischen und deren umgebenden Stadtteilen praktisch aus dem Boden. Wieviele Ferienwohnungen tatsächlich stadtweit existieren ist unklar. Schätzungen geben von mindestens 10.000 bis zu 25.000 aus.
Spätestens seit der öffentlichkeitswirksamen Besetzung der Weddinger Ferienwohnung in der Soldiner Straße durch die Erwerbsloseninitiative BASTA, sind die negativen Konsequenzen der Vermietung von Miet- zu Ferienwohnungen stadtweit bekannt. Während der Wohnungsmarkt für Transferleistungsempfänger*innen (bspw ALG II) und geflüchtete Menschen nahezu aussichtslos ist, verdienten und verdienen zahlreiche Anbieter*innen viel Geld mit dem Wohnraumentzug.
Gerade für “Szene-Kieze” wie Wedding, Kreuzberg, Neukölln u.v.m. hat dies dramatische Folgen. So leistet dies der Verdrängung und Ausgrenzung weiter Vorschub- für die Profitinteressen einiger Weniger.

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Solidarität mit der Besetzung einer Ferienwohnung am Maybachufer

Donnerstag, Mai 5th, 2016

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Dicken Respekt an die Aktivisten*innen!

In Berlin hat die kapitalistische Verwertung von Wohnraum eine neue und besorgniserregende Dimension angenommen. Wohnen wird vor allem für Menschen mit weniger Geld immer mehr zu einem Luxusgut. Insbesondere geflüchtete Menschen finden kaum Zugang zum Wohnungsmarkt und sind gezwungen in menschenunwürdigen Massenunterkünften zu leben. Mit leeren Versprechungen, verlogenen Gesetzen, brutaler Polizeigewalt setzt die Politik die Interessen der Investoren*innen durch. So auch gestern als die Polizei mit einer Hundertschaft anrückte und die Räumung brutal durchsetzte.

Solange Wohnraum eine Ware ist, solange sind Besetzung und Aneignung von Leerstand und von Ferienwohnungen legitim. Wir holen uns was andere uns verwehren!

Erklärung vom Bündnis Zwangsräumung verhindern

Video von der Besetzung und der Polizeigewalt gegen solidarische Menschen vor dem Haus

Auf Grund der anhaltenden Repression gegenüber einem Recht auf Stadt bitten wir euch der Roten Hilfe beizutreten oder zu spenden! Außerdem findet am 13.05. und 14.05. eine Praxiskonferenz der Initiative Social Center 4 All in Berlin statt.

Es läuft was schief in Berlin

Mittwoch, Januar 20th, 2016

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Nachdem gestern in der “beschlagnahmten” Ferienwohnung in der Soldiner Str. 26 unter großer Aufmerksamkeit, Sozialberatung und gesellschaftliche Protestkultur gegen die herrschenden Zustände praktiziert wurde, entschieden sich die Aktivist*innen heute die Wohnung zu verlassen:

Gestern Abend verschaffte sich der Eigentümer der drei Ferienwohnungen in der Soldiner 26 Zutritt zu unserer Ferienresidenz. Wie viele Ferienwohnungsanbieter enthält er weiterhin den Berliner Mieter*innen dringend benötigten Wohnraum vor. Er drohte uns mit einer Räumung in der Zeit der Sozialberatung und berief sich  darauf, dass seine Wohnung legal von Touristen genutzt würde.

Wir entschieden uns daraufhin zu gehen. Nicht weil wir uns ihm gegenüber verpflichtet fühlen, sondern weil wir offene Beratung machen, die zugänglich ist für alle und nicht durch Polizeigegängel und Vermieterdiskussionen gestört werden soll.

Hier finder ihr das vollständige Statement von der Erwerbsloseninitiative BASTA!

Weiterhin findet heute wie gewohnt die Sozialberatung der Initiative in der Schererstr. 8 statt. Dorthin wird heute Abend ab 19 Uhr auch die vorgesehene Veranstaltung “Zwangsräumung und die Krise der Hilfesysteme” verlegt. Details zur der Aktion #bastafewo und weitere Eindrücke dann heute Abend. Denn die Ferien gehen weiter…

Solidaritätserklärung: Ferienwohnung zu Wohnraum!

Dienstag, Januar 19th, 2016
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Ferienwohnungen kollektivieren! Solidarität mit den Mieter*innenkämpfen in Berlin!
Während in Berlin “bezahlbarer Wohnraum” stetig knapper wird, existieren derzeit schätzungsweise 10.000 – 25.000 Ferienwohnungen in der Stadt. Völlig unklar ist es daher, wieviele Wohnungen Geflüchteten, Wohnungslosen oder Prekarisierten entzogen sowie privat oder über Online-Portale wie Airbnb vermarktet werden. Stadtentwicklungs-Senator Andreas Geisel (SPD) kündigte im Dezember vollmundig an, fast alle Ferienwohnungen wieder dem Wohnungsmarkt zurückführen zu wollen. An dem Prinzip der Wohnung als Ware, wird selbstverständlich nicht gerüttelt. Darum liegt es an solidarischen Menschen in dieser Stadt, Leerstand und Ferienwohnungen zu kollektivieren.
Die steigenden Mieten und mit Polizei durchgesetzte Zwangsräumungen, sind ein Produkt der politisch Verantwortlichen. Wir solidarisieren uns daher mit den kämpfenden Mieter*innen in der Koloniestraße, der Berlichingenstraße und allen solidarischen Menschen für eine fortschrittliche Stadtpolitik. Kiezbewohner*innen, wohnungslose Menschen und Geflüchtete lassen sich nicht spalten. Viele Aktive kommen gerade zu diesen kalten Zeiten in der Soldiner Straße 26 zusammen: praktisch vernetzen wir uns mit Nachbar*innen gegen Rassismus, Ausgrenzung und für starke, kämpferische Kieze.
Wir bestimmen selbst, wie wir gemeinsam leben möchten und fordern: Ferienwohnungen und Leerstand besetzen!
Auf twitter könnt ihr die Aktion verfolgen unter #bastafewo
Und das schreiben die Aktivist*innen selber über die Aktion.