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Veranstaltung: Widerstand gegen Zwangsräumungen!

Montag, November 9th, 2015

hollaevictBerlin, Reinickendorf, sogenannte “B-Lage”: Hier wohnte Rosemarie F., bevor sie im Februar 2013 aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt wurde. In der B-Lage wird wenig baulich aufgewertet, die Strategie, höhere Renditen zu erzielen, ist die Erhöhung der Miete bei Neuvermietung. Deswegen kommt es zu Zwangsräumungen, und Rosemarie F. ist kein Einzelfall:

Geschätzt mehr als 20 Zwangsräumungen täglich sind es allein in Berlin.

Die Erfahrungen von MieterInnen- und Erwerbsloseninitativen zeigen, dass sehr oft Sozialbehörden, also Sozialämter und Jobcenter, daran beteiligt sind, wenn Menschen ihre Wohnungen im Interesse von KapitalanlegerInnen verlieren. So auch im Fall Rosemarie F.

Margit Englert hat am Beispiel von Rosemarie F. und anhand der Unterlagen aus dem Rechtsstreit die Struktur solcher Prozesse sehr präzise und belegbar nachgezeichnet. In der Lesung wird es darum gehen, diese Struktur kapitalistischer Verhältnisse deutlich zu machen: Rosemarie ist kein Einzelschicksal, Menschen werden aus Profitgründen aus ihren Wohnungen geworfen und in die Obdachlosigkeit gedrängt. […]

Peter Nowak, der das Buch “Zwangsräumung verhindern” herausgegeben hat, wird sich mit der Frage beschäftigen warum sich bisher noch relativ wenige der von Zwangsräumung betroffenen Menschen wehren. Neben fehlenden politischen Strukturen spielt dabei die Angst an die Öffentlichkeit zu gehen eine große Rolle. Noch immer werden Mietschulden sowie Probleme mit den Jobcentern individualisiert. Dagegen müsste eine Organisierung im Stadtteil stehen, die den Menschen hilft, die Angst zu überwinden.

Freitag | 13.11. | 19 Uhr | Nachbarschaftsladen Buttmannstr. 16

Kiezbankett in der Buttmannstr. 15

Donnerstag, August 13th, 2015

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Kennt ihr noch Tina S.? Sie lebte über 40 Jahren in der Buttmannstraße. Vor einem Jahr wurde sie jedoch zwangsgeräumt. Das Jobcenter hatte damals die Miete zu spät überwiesen. Jetzt wird die Wohnung für mehr als das Doppelte wieder vermietet. Wir haben keinen Bock, dass Menschen gegen ihren Willen aus ihrem Kiez verdrängt werden und andere daran verdienen. Wir finden, dass der Kiez uns allen gehört. Das wollen wir auch zeigen. Deshalb laden wir euch alle herzlich zu einem Mitbringbuffet/Kiezbankett vor der Buttmannstraße 15 ein.

Los geht’s ab 17 uhr. u.A. Unterstützt von Zwangsräumung verhindern! Sowie Auszüge aus dem Buch Rosemarie F. Kein Skandal.

Es wird viele Köstlichkeiten geben und wenn du selber etwas mitbringen möchtest wäre das toll. Außerdem gibt es Infos zu Zwangsräumungen – wie man sich dagegen wehren kann – Filme und Fotos von und zu Tinas Zwangsräumung und viele nette Menschen. Kommt vorbei, lernt uns und euch kennen!

– english –

Neighborhood-banquet against evictions!

Do you still remember Tina S.? For over 40 years she lived in the Buttmannstraße. Last year she was evicted. The Jobcenter delayed the payment of her monthly rent. Now the rent for the flat was doubled by the house owners. We are sick of this practice: displacing people from the neighborhood against their will while others make large profits. We think that the neighborhood is a place for everyone and belongs to it’s people. That is something we want to expose. So we invite you to a “bring-your-own-food” neighborhood buffet in front of the Buttmannstraße 15. Lot’s oft delicious snacks are awaiting and it would be great if you bring some of yours for everyone.

Starting 5 pm. Supported by Zwangsräumung verhindern! (project to organize and resist against evictions) and readings from a book about the german real estate business and Rosemarie F. who died days after her evection.

Additionally there will be talks and infos about the practice of evictions – and how to prevent/resist against these – Photos and videos from last years big repressive eviction of Tina and a lot of nice and chatty people to hang out with. Come around and get to know each other a little better.

Berlin eine Stadt für alle?

Montag, September 22nd, 2014

Aufruf zur Demonstration am 27.09.2014 um 15 Uhr am Spreewaldplatz in Berlin Kreuzberg. Weitere Infos und der komplette Aufruf.

122759Against a city of re­pres­si­on, ca­pi­ta­list com­pe­ti­ti­on, and ra­cism – for a city of hu­ma­ni­ty and so­li­da­ri­ty.

Cuvrystraße geräumt, Asylrecht verschärft, Gürtelstraße geräumt, Schule in Gefahr, O-Platz-Abkommen gebrochen, Zwangsräumungen durchgesetzt, Verdrängung verschärft sich, Repression nimmt zu. Die Situation in Berlin ist, gelinde gesagt, scheiße. Menschen, die sich nicht fatalistisch diesen Zuständen hingeben und politisch aktiv sind, müssen in den letzten Wochen von einem Brennpunkt zum anderen eilen. Der Staat zeigt sich dabei zumeist unnachgiebig und als repressiver Block. Die CDU erfreut sich an polizeistaatlichen Methoden, die SPD stimmt dem unkommentiert zu und die Grünen wollen bei diesem staatlichen Exzess auch unbedingt dabei sein. Staatliche Institutionen lügen, betrügen und beleidigen.

Der Widerstand gegen diese Zustände ist beharrlich und unnachgiebig. Mit den Protesten gegen die Räumung der Schule gab es einen ungeahnten Mobilisierungserfolg. Die Wochen danach waren wieder deutlich schwieriger. Die Gürtelstraße war kräftezehrend und bei der Räumung der Cuvrybrache hielten sich die Proteste in engen Grenzen.

Es ist Zeit erneut massenhaft auf die Straße zu gehen um ein Zeichen der Solidarität auszusenden. Am Samstag gibt es eine gemeinsame Demonstration von stadtpolitischen und Refugee-Zusammenhängen. Lasst uns auf die Straße gegen die Räumung der Gürtelstraße und der Cuvybrache, für die Geflüchteten und gegen Zwangsräumungen und steigende Mieten! […]