Posts Tagged ‘Campus Viva’

Verdrängung beginnt hier!

Dienstag, September 25th, 2018

Neubauprojekte, Mietenwahnsinn und Perspektiven für einen widerständigen Wedding

Im Wedding wird viel gebaut- und das am realen Bedarf vorbei.
Während günstiger Raum verknappt wird, entstehen teure Miet- und Eigentumswohnungen sowie Studierenden- oder sogenannte Mikroappartements, die sich kaum ein*e Studierende*r leisten kann. Um diesen #Mietenwahnsinn zu stoppen, braucht es Netzwerke, Solidarität und praktische Organisierung von unten. Wie können wir diese aufbauen?
Mit dem Netzwerk #ZusammenfürWohnraum und dem Kiezhaus entstehen gerade praktische Ansätze der widerständigen Stadtteilpolitik.
Nachbar*innen berichten von aktuellen und dringlichen Mietenkämpfen- gemeinsam schrauben wir an einen widerständigen Wedding

04.10.2018 | 20:30 Uhr | Café Cralle, Hochstädter Straße 10a

Verdrängung beginnt hier: Zwischenresümee der Kiez-Kampagne

Sonntag, Februar 19th, 2017
Wir haben in den letzten Wochen zahlreiche Orte veröffentlicht, an denen Neubauten im Wedding errichtet werden. Diese Gebäude sind aus unserer Sicht Teil eines sich ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Über diese Orte haben wir nicht nur virtuell, sondern auch mit Plakaten im Straßenbild informiert. Auf unsere kleine Kampagne gab es viele und sehr unterschiedliche Reaktion: Manche waren wütend über die Projekte oder wollten wissen was nun dagegen getan werden kann. Andere wiederum waren Eigentümer*innen und Betreiber*innen, die uns anschrieben und unsere Aussagen kritisierten. Wiederum andere freuten sich, dass an den Ort „endlich mal was hinkommt“ oder sie kritisierten lediglich die Architektur der Bauten.
Einwände, die gegen die Kritik an Neubauten angebracht werden, sind zahlreich: Die Aussagen reichen von “man solle nicht immer alles Neue verteufeln“, über „da darf eben nur Gewerbe gebaut werden“, bis hin zu der Aussage, dass „jede neue Wohnung den Markt entspannt“. Bei all diesen Argumentationen wird aber die entscheidende Frage ausgeblendet: wer baut hier und für wen?
Zunächst wollen wir diese Frage für die drei unterschiedlichen Typen von Orten der Verdrängung beantworten, die wir bisher veröffentlicht haben: sogenannte “Studi-Apartments“, Atelierhäuser und Geschäfts-/Bürogebäude. In der Zukunft werden auch noch weitere Typen dazustoßen.
Die sogenannten Studi-Apartments
Ob „Campus Viva  I & II“, „CrescoCapital Student Housing “, oder die Neubauten auf dem ehemaligen Gelände des Stadtbads Wedding: Überall im Wedding werden sogenannte Studi-Apartments hochgezogen. Das Geschäftsmodell dieser kapitalträchtigen Investition ist in jedem Fall dasselbe: es werden möglichst viele Zimmer auf möglichst kleinem Raum errichtet. Diese Micro-Apartments – wir wollen die Zimmer nicht länger als “Studi-Apartments” bezeichnen – werden dann an Menschen verkauft, die eine „Eigentumswohnung“ in Berlin als renditereiche Kapitalanlage betrachten und das nötige Kleingeld dafür haben [130.500 € für ein voll möbliertes Zimmer (19 m²) und einer Rendite von 4,56% bei Campus Viva]. Im nächsten Schritt werden die Eigentumszimmer voll möbliert vermietet. Entweder an Menschen, die es sich leisten können über 20 pro m² und Monat auszugeben. Oder eben an solche Menschen, die kein anderes Zimmer in Berlin finden und einen Zweit- oder Drittjob annehmen müssen oder sich verschulden, um das Zimmer zu bezahlen. Im letzten Schritt verdienen dann Campus Viva und Co noch mal kräftig, da sie für die Verwaltung und Vermietung von der Miete noch mal ein nettes Stückchen abbekommen. Sie verdienen also doppelt: Für den Verkauf der Micro-Apartments und für die Verwaltung des Gebäudes. Wenn wir zu unserer Ausgangsfrage zurückkommen – wer baut hier für wen? –  lässt sich ganz einfach feststellen: die Neubauten dienen alleinig dazu, den Profit sowie die Rendite der großen und kleinen Investor*innen zu steigern.

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Verdrängung beginnt hier: Campus Viva 1, Jülicher Straße 16-17

Dienstag, Dezember 6th, 2016

campus_viva1-01

Dachterrasse, Fitnessstudio, Tiefgarage: Alles was die Studis mit entsprechende reichen Eltern brauchen. 404 Studenten-Appartmentes wurden hier 2016 gebaut und alle sind für durchschnittlich 4.502€ pro m² verkauft worden. Dann werden die Appartmentes von den neuen Eigentümern zu hohen Preisen an die Studis vermietet. Aber der Luxus-Palast kommt ja mit Concierge, da darf es auch mal ein bisschen mehr sein. Mit dem Slogan

„Wohnwert Trifft Mehrwert“

hat Campus VIVA ein weiteres Studi-Appartment Projekt im Wedding, in der Koloniestraße 11-12.

Während der Leerstand in Berlin bei bis zu unter 1 Prozent liegen soll, werben reiche Investor*innen mit „Mikro-Appartements“ sowie „Studierenden-Appartements“, in welche wohlhabende 1-Personen-Haushalte zu überhöhten Mieten einziehen sollen, während sich Familien und Alleinerziehende mit Kindern die Miete im Kiez kaum oder nicht mehr leisten können. Die Errichtung dieser Appartements sind Teil dieses Problems, denn sie erhöhen perspektivisch fast alle Mieten im Kiez, indem der ortsübliche Mietspiegel durch diese Mieten angehoben wird.

Diese Neubauten sind Teil eines ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze. Weitere Folgen werden wöchentlich hier veröffentlicht:

haendewegvomwedding.blogsport.eu
facebook.com/organize.hwvw

Akteur*innen-Info:

http://www.campusviva.de/standorte/ | Grundstücksgesellschaft mbH