Posts Tagged ‘Brunnenviertel’

Film-und Infoabend: Besetzungen und Widerstand im Wedding – Rebellische Kiezgeschichte

Dienstag, Mai 23rd, 2017

01.06.2017 | 20.00 Uhr |Café Cralle

Die Geschichte des „Roten Wedding“ der 1920er und 1930er Jahre ist in unserem kollektiven Gedächtnis tief verankert. Die Kämpfe von jugendlichen Trebern, Hausbesetzer*innen und Arbeiter*innen in den 1970er und 1980er hingegen kaum. Wir wollen mit euch gemeinsam eine selbstgemachte Dokumentation über ein besetztes Kinder- und Jugendzentrum im Wedding anschauen. Von einer beteiligten Aktivistin wollen wir danach mehr von den Kämpfen gegen die Kahlschlag-Politik und für “Freiräume” erfahren. Wir wollen zusammen Bewegungswissen kollektivieren und Kontinuitäten zu den heutigen selbstorganisierten Kämpfen ziehen.

Wo: Café Cralle
Hochstädterstr. 10A
13347 Berlin-Wedding

U6/9 Leopoldplatz
U9 Naunerplatz
Tram M13 und 50: Osram-Höfe

Kommt vorbei und lasst uns gemeinsam gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung aktiv werden. Davor, dabei und danach genießen wir den Soli-Cocktail Klassiker: „Roter Wedding“.

 

Verdrängung beginnt hier ❌: Was ist dieser Sozialwohnungsbau?

Donnerstag, März 9th, 2017

Graunstraße 12, 13355 Berlin | degewo Aktiongesellschaft

Berlin schreit hurra – 104 landeseigene Wohnungen wurden von der degewo an der Kreuzung Graun-/ Gleimstraße errichtet. Während der damalige Bausenator Andreas Geisel (SPD) das Projekte dafür lobte, dass „die Wohnungsbauförderung des Landes Berlin auch in begehrten Lagen für sozialverträgliche Mieten eingesetzt werden kann“, schauen wir mal etwas genauer hin.

Nur ganze 34 Mietwohnungen werden zu Preisen von 6.50€/m² kalt angeboten. Das bedeutet, dass 70 der hier neugebauten Wohnungen einfach zu teuer sind, um von Hartz4-Empfänger*innen angemietet zu werden. Das Jobcenter würde ich hier nicht mitspielen und die Übernahme der Mietkosten verweigern.

Während die degewo versucht, besonders sozialverträglich zu wirken, verkaufte sie gerade hier im Brunnenviertel Häuser an private Eigentumsgesellschaften und kündigten Mieterhöhungen für 7000 Wohnungen, u.a. im Kiez um die Swinemünder Straße, an. Und das in einem Kiez, wo viele Menschen von Hartz4 leben müssen.

Der Skandal um die Wahl zu den Mieterbeiräten vor der Berlin-Wahl im vergangenen September, bei der die degewo kritische Mieter*innen von der Wahl ausgebootet hatte, zeigt umso mehr, dass es der Wohnungsbaugesellschaft um Rendite und die Verhinderung von Mieter*innenprotesten gegen ihre Profitinteressen geht. Machen wir ihnen einen Strich durch die Rechnung und schließen uns in den Häusern zusammen, denn wir bleiben alle!

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Dieser Neubau ist Teil eines sich ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Hier das Zwischenresümee der Kampagne mit vielen weiteren veröffentlichten Objekten.

Verdrängung beginnt hier: “Cresco Capital Student Housing”, Brunnenstraße 123-125

Donnerstag, Februar 23rd, 2017

Nun aber ehrlich: wenn ein Investor mit dem Namen “Cresco Capital Group” im Wedding Studi-Appartmentes bauen will, kann das nichts Gutes bedeuten. Die Geschäftsführer Alexander Bürk und Daniel Schuldig wollen 700 Wohnungen für Studierende in der Brunnenstraße 123-125 bauen. Der Quadratmeterpreis bei ähnlichen Projekten der Cresco Capital Group, wie am Frankfurter Tor, in Friedrichshain, liegt bei 20 Euro pro m²! Die Wohnungen sind dabei max. 30m² groß, inkl. Küche und Toilette. Das Credo des alten Senats und seines inkompetenten Bausenators Andreas Geisel (SPD), lautete nicht zuletzt: Bauen, bauen bauen.
Völlig egal schien es, wer was für wen baut. Derzeit errichtet die Cresco Capital Group 700 Wohnungen im Volumen von 83 Millionen Euro, die 2017 fertiggestellt sein sollen.
Dass von einer privaten Bauwirtschaft mit klaren Rendite- und Profitinteressen nichts zu erwarten, verdeutlicht die Bewerbung des Friedrichshainer Bauprojektes:

„Wir errichten eine erstklassige Studentenwohn-Plattform, die unseren Investoren attraktive Renditen und hohen Kapitalschutz bietet.“

Diese Neubauten sind Teil eines ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze. Weitere Folgen werden weiterhin wöchentlich hier auf dem blog oder hier veröffentlicht.

Mehr über Cresco Capital Group

Bericht vom Kiezspaziergang im Brunnenviertel

Dienstag, September 20th, 2016
Das Brunnenviertel, eingekeilt zwischen Prenzlauer Berg und Mitte, scheint eine Goldgrube für Immobilienspekulant*innen zu sein. Im letzten Mietspeigel verzeichnete dieser Kiez mit 14,99% einen ausgeprochen hohen Mietanstieg. Einen der höchsten der Stadt. Ein Schelm wer denkt, dass Zwangsräumungen, Privatisierungen kommunaler Wohnungen und alle anderen nur denkbaren stadtpolitischen Schweinereien weit sind. Haramstufe rot also!
Der Kiezrundgang setzte sich zum Ziel, Privatisierungen des öffentlichen Raumes, widerrechtliche Bebbauung von Grünflächen mit Luxuswohnungen, mögliche kommende Verdrängungswellen und Scheinprojekte des “sozialen Wohnungsbaus” zu markieren.
Die (Teil-)Privatisierung des Bahnhofvorplatzes am Fernbahnhof Gesundbrunnen sowie die Verdrängung gesellschaftlich prekarisierter Gruppen (z.B. wohnungslose Personen) durch Polizei und private Sicherheitskräfte bedeutete der Beginn des 1,5 stündigen Ganges. Vorbei ging es an den vermeintlich neuen “sozialen Wohnungsbau” Graunstraße/ Gleimstraße, in dem von 104 Wohnungen ganze 34 öffentlich gefördert sind. Dass diese durchschnittlich 6,50 Euro netto kalt pro m2 kosten und Personen, die AG2 beziehen diese Kosten vom Jobcenter nicht übernommen bekommen, scheint schon fast überflüssig zu erwähnen. Dennoch ließ sich der derzeitige Bausenator Andreas Geisel (SPD) dazu hinreißen, diese als “sozialverträgliche Mieten” im Rahmen des Richtfestes zu bezeichnen.
Auch der noch amtierende Baustadtrat Carsten Spallek (CDU), der jüngst in Mitte glamorös gescheiterte Bezirksbürgermeisterkandidat, lobte sich Anfang September, dass “Mitte spitze” sei, da der Bezirk seit Januar dieses Jahres ganze 1798 Wohnungen genehmigt hätte. Welche Art von Wohnungen das sind, brauchen wir hier wohl kaum erwähnen.
Anschließend ging es zum Mauerpark, wo die Groth-Gruppe dank des Berliner Filzes aus Parteipolitik und Bauindustrie umgewidmete Grünflächen mit teuren Eigentums- und Mietwohnungen bebauen wird.

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