Posts Tagged ‘Arnecke Siebold’

Verdrängt in Berlin – Folge 13: Gemeinsam gegen Abzocke

Sonntag, Februar 7th, 2016

Vorlage13 gross

Ohne Angabe irgendeiner Begründung fordert die Vermieterin ab Januar 2016 135 Euro mehr Betriebskostenvorauszahlungen pro Monat. Interessant wäre, wie es zu den Kosten kommt. Verlässliche Abrechnungen hat die WG seit Jahren nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich handelt es sich nur um eine weitere Schikane, um unliebsame Mieter*innen zu nerven. Doch das Geld wird die Hausverwaltung nicht bekommen, weil sich die WG nicht abzocken lässt!
Apropos Betriebskosten. Kurz vor Jahresende kamen ein paar Zettel per Post, die als Nebenkostenabrechnung bezeichnet werden. Fraglich ist allerdings, ob überhaupt die formalen Voraussetzungen einer solchen erfüllt sind. Trotz der Formschwächen wird – wer hätte es geahnt – eine saftige Nachzahlung gefordert. Und das unter anderem von Personen, die gar nicht in der WG leben! Außerdem wird wieder versucht, die Nebenkosten des Gewerbes auf alle Mieter*innen abzuwälzen. Das ist schon beim letzten Mal kläglich gescheitert und wird es auch dieses Mal. Zusätzlich werden Zahlungen für vermeintliche Leistungen verlangt, die gar nicht im Mietvertrag vereinbart wurden. Alles in allem ist diese vermeintliche Nebenkostenabrechnung vor allem Papierverschwendung. Das haben inzwischen auch andere Mietparteien im Haus gemerkt. Wer hat schon Lust, sich andauernd abziehen zu lassen? Immer mehr widersprechen dem als Nebenkostenabrechnung getarnten Betrug. Der Anfang ist bereits getan! Vor allem neue Mieter*innen sind allerdings noch sehr zurückhaltend, wahrscheinlich aus Angst um die Wohnungen. Doch das Einfordern von grundsätzlichen Mieter*innenrechten ist wichtig. Gemeinsam können alle Mietparteien der Verwaltung richtig Stress machen und für ihre Rechte kämpfen.

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Verdrängt in Berlin – Folge 12: Opfer des Investitionswahns

Mittwoch, Februar 3rd, 2016

Vorlage12 gross

Was mit dem Haus der WG in der Dubliner Straße passiert ist ein wahres Trauerspiel. Das betrifft nicht nur die Mieter*innen, sondern auch die Läden im Erdgeschoss. Vor einigen Jahren gab es dort einen Getränkemarkt. Einer Mieter*in zufolge wurde er wegen angeblichem Eigenbedarf gekündigt. Die Investorengesellschaft behauptete, die Räumlichkeiten zu benötigen, um dort Mülltonnen aufzustellen. Die Räume sind jedoch seit dem Rausschmiss vor mehreren Jahren leer. Am 15.01.2016 musste die Pizzeria nach 23 Jahren gezwungenermaßen ausziehen, nachdem sie 3 Klagen gegen Eigentümer und Hausverwaltung gewann und die vierte wegen angeblichem Eigenbedarf verlor. Von den Wohnungen des Hauses wurde knapp die Hälfte der Wohnungen schon saniert und für die doppelte Kaltmiete neuvermietet. Dennoch stehen der Betriebskostenabrechnung zufolge 10 Einheiten im Haus, darunter die über 200 m² große ehemalige Bäckerei leer. Dennoch scheint das Haus äußerst lukrativ zu sein. In einem Brief der Vermieterin vom Oktober 2013 ist eine spannende Abrechnung aufgeführt. Es scheint sich um eine Aufstellung von Zahlungen zu handeln, die die Hausverwaltung für die Eigentümerin erstellt hat. Darin taucht eine „Eigentümerentnahme“ von 51.000 € auf. Während im Wedding Wohnungen leer stehen und Mieter*innen aus ihren vier Wänden geklagt werden, macht sich der Hauseigentümer Basilio di Ronco mit seiner „Eigentümerentnahme“ einen Lenz in Venedig. Dort wartet er darauf, bis alle alten Mietparteien raus sind und er noch mehr Geld mit dem Haus verdienen kann. Fair ist das nicht!

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Verdrängt in Berlin – Folge: 11 Ein akribisches Mahnwesen

Sonntag, Januar 31st, 2016

plakat11

Ein Gespenst geht um in der Dubliner Straße, es ist „ein akribisches Mahnwesen“. Mit eben diesem wirbt die „Martina Schaale Hausveraltung“ auf ihrer Homepage. Das Wesen möchte unter den Mieter*innen vor allem Angst und Schrecken verbreiten. Jüngster Auswuchs seiner Bemühungen ist ein Brief der Hausverwaltung mit der inzwischen fünften Kündigung an die WG. Begründung der Vermieterin: Sie müsse „nach nochmaliger Durchsicht des Mietvertrages feststellen, dass die Beklagten die in § 4 des Mietvertrages vereinbarte Mietsicherheit nicht geleistet haben.“ Eine ganz schön starke Erkenntnis sechs Jahre nach Mietbeginn! Doch offensichtlich hatte das Mahnwesen seine Brille bei der Durchsicht der Akten nicht auf. Ansonsten wäre ihm vielleicht auch irgendwann aufgefallen, dass die von der Hausverwaltung unterschriebene Quittung der vor Mietbeginn bezahlten Kaution noch vor der ersten Seite des Vertrages angetackert ist. Das boshafte Mahnwesen entpuppte sich also als lahme Ente und die erneute Kündigung als ein weiterer falscher Vorwurf. Witzig ist, dass ihre Kündigung selbst dann unbegründet wäre, wenn die WG tatsächlich keine Kaution bezahlt hätte, weil ihre Forderung auf die Kaution schon seit 3 Jahren verjährt ist. Aber was kann schon von einer Vermieterin erwartet werden, die laut Auskunft einer Mieter*in noch rund 30.000 € Schulden bei der vorigen Hausverwaltung hat? Wegen dieser Schulden hat sie bis heute noch keine Einsicht in die alten Mieterakten erhalten. Deswegen muss das arme Mahnwesen auch so blind im Dunkeln rumstochern. Doch seine Schwäche ist unsere Chance. Also Mieter*innen aller Länder vereinigt euch gegen akribische Mahnwesen und unehrliche Hausverwaltungen!

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Verdrängt in Berlin – Folge 10: Kreative rechtliche Lösungen

Freitag, Januar 29th, 2016

Plakat10
Schon bei der ersten Verhandlung der WG vor dem Amtsgericht Wedding wurde schnell klar, dass viele Behauptungen der Hausverwaltung einfach nicht wahr sind. Kleinlaut musste der gegnerische Anwalt eine Lüge nach der anderen zu Protokoll geben. Die WG hätte seit April keine Miete gezahlt – gelogen. Es würden Mietrückstände bestehen – gelogen. Und auch die Behauptung, die WG sei nicht berechtigt, die Betriebskostenvorauszahlungen zu kürzen, ist laut Gericht ebenfalls falsch. Bei all diesen Unwahrheiten handelt es sich wohl um die „kreativen rechtlichen Lösungen“, welche der Anwalt Hans Georg Helwig auf seinem XING-Profil anbietet.
Als Konsequenz aus der Enttarnung ihrer Vorwürfe kehren Hausverwaltung und Rechtsanwalt jedoch nicht zur Wahrheit zurück. Stattdessen denken sie sich neue Winkelzüge aus, mit denen sie die WG herauszuklagen versuchen. So wurde aus einem Gast der WG plötzlich ein „unerlaubter Untermieter“, wodurch die Wohnung „überbelegt“ wäre. Wenn der Anwalt bei der Gerichtsverhandlung zugehört hätte, wüsste er, dass eine der Hauptmieterinnen schon seit 3 Jahren nicht mehr in der WG wohnt. Außerdem wäre die Wohnung selbst dann nicht überbelegt, wenn man den Gast dazu zählen würde. Trotz der dünnen Faktenlage forderte die Vermieterin eine Mitteilung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Gastes unter Setzung einer Frist von weniger als 3 Tagen. Datenschutz und Persönlichkeitsrechte sind bei der „Martina Schaale Hausverwaltung“ wohl Fremdwörter. Deshalb blieb sie wahrscheinlich auch stumm, als die WG nach der Rechtsgrundlage für diese Forderung fragte. Wenn also die Vermietung oder Hausverwaltung mit komischen Briefen stresst, sei nicht dumm und frag nach! Manches Problem erledigt sich so von ganz alleine.

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