Verdrängung beginnt hier: Hafenquartier Mitte

Das Hafenquartier Mitte, zwischen Berlin Mitte und Wedding am Nordhafen gelegen, wurde zwar schon 2012 fertiggestellt, ist aber Vorbote des “Europacity”-Projekts. Direkt gegenüber hat der Berliner Bauunternehmer Groth seine Finger im Spiel. Im Mauerpark ist er dabei Grünflächen zu vernichten und mit seinen Luxus-Bauten das Weddinger Brunnenviertel sowie das skandinavische Viertel im Prenzlauer Berg massiv unter Druck zu setzen. Nun aber wieder zurück über den Kanal:
„Elf luxuriöse Townhouses“ sind hinter dem Weddinger Erika-Hess-Eisstadion entstanden. Jede dieser Villen hat eine Größe von 380 Quadratmetern, Garage, Dachterrasse und „höchsten Ausstattungsstandard und exklusives Interieur in allen Bereichen“.

Unglaublich: die Bewohner*innen haben in ihren Townhouses Sauna, Weinkeller, Kamin und ein zentrales Staubsaugersystem! Da musst du dich nicht mehr mit dem nervigen Putzpersonal rumschlagen.

Gerade im Umfeld des BND-Neubaus an der Chausseestraße sowie den Neubauten am Hohenzollernkanal entstehen zahlreiche Neubauten, deren Charakter eindeutig ist. Im vergangenen Jahr wurden tausende Wohnungen in Mitte bewilligt, rühmte sich der ehemalige Baustadtrat Carsten Spallek (CDU). Die Frage ist jedoch: wer baut hier was und für wen?

“Hafenquartier Mitte”, An der Kieler Brücke 20-30, 10115 Berlin

http://www.hafenquartier-mitte.de/  (Agromex GmbH & Co. KG)

Diese Neubauten sind Teil eines ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Bisher veröffentlichte Bauten und ein Zwischenresümee der Kampagne finder ihr hier.

Verdrängung beginnt hier ❌: Was ist dieser Sozialwohnungsbau?

Graunstraße 12, 13355 Berlin | degewo Aktiongesellschaft

Berlin schreit hurra – 104 landeseigene Wohnungen wurden von der degewo an der Kreuzung Graun-/ Gleimstraße errichtet. Während der damalige Bausenator Andreas Geisel (SPD) das Projekte dafür lobte, dass „die Wohnungsbauförderung des Landes Berlin auch in begehrten Lagen für sozialverträgliche Mieten eingesetzt werden kann“, schauen wir mal etwas genauer hin.

Nur ganze 34 Mietwohnungen werden zu Preisen von 6.50€/m² kalt angeboten. Das bedeutet, dass 70 der hier neugebauten Wohnungen einfach zu teuer sind, um von Hartz4-Empfänger*innen angemietet zu werden. Das Jobcenter würde ich hier nicht mitspielen und die Übernahme der Mietkosten verweigern.

Während die degewo versucht, besonders sozialverträglich zu wirken, verkaufte sie gerade hier im Brunnenviertel Häuser an private Eigentumsgesellschaften und kündigten Mieterhöhungen für 7000 Wohnungen, u.a. im Kiez um die Swinemünder Straße, an. Und das in einem Kiez, wo viele Menschen von Hartz4 leben müssen.

Der Skandal um die Wahl zu den Mieterbeiräten vor der Berlin-Wahl im vergangenen September, bei der die degewo kritische Mieter*innen von der Wahl ausgebootet hatte, zeigt umso mehr, dass es der Wohnungsbaugesellschaft um Rendite und die Verhinderung von Mieter*innenprotesten gegen ihre Profitinteressen geht. Machen wir ihnen einen Strich durch die Rechnung und schließen uns in den Häusern zusammen, denn wir bleiben alle!

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Dieser Neubau ist Teil eines sich ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Hier das Zwischenresümee der Kampagne mit vielen weiteren veröffentlichten Objekten.

Mensch, Müller! Befreien können wir uns nur selbst! Warum auch die neue Stadtteilvertretung scheitern wird…

 Am 23. März 2017 soll es wieder passieren: die Neuwahl einer Stadtteilvertretung steht bevor. Geworben wird mit Beteiligung an politischen Prozessen im Wedding – doch was und wer steckt dahinter? 
Als sich die dritte Stadtteilvertretung “mensch.müller” Ende 2014 gründete, waren über 100 Personen im Walter-Rathenau-Saal des Rathaus Wedding versammelt. Die bisher weitaus größte Wahlveranstaltung für dieses Gremium. Unter den seit längerer Zeit bekannten Gesichtern, waren auch zahlreiche neue Personen vertreten, die sich in die stadtteilpolitischen Entscheidungen in ihrem Kiez einmischen wollten. 
Während in den vergangen Wahlperioden stets nur eine feste Anzahl an Stadtteilvertreter*innen gewählt werden durfte, wurde stillschweigend die Anzahl der zu wählenden Personen um quasi alle anwesenden erhöht – vermutlich, damit die bislang widerstandslose Selbstwahl der “alteingesessenen” Stadtteilverter*innen nicht zu gefährden. Das wirft jedoch die Frage auf, nach welchen Prinzipien diese Scheinbeteiligung überhaupt stattfindet und wer jene nicht vorhandende “Wahlordnung” vordiktiert.

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