Da regt sich was im Kiez: Terminübersicht rund um den 30.04

Ihr seid verwirrt auf Grund der Vielzahl der Termine um die “Organize!” Demonstration am 30.04? Wir auch. Deswegen haben wir mal eine praktische Übersicht erstellt:

14.04. / 19 Uhr / FAU-Gewerkschaftslokal
Diskussionsveranstaltung: „Kampf gegen Rechts und die soziale Frage“ mit Michael Barthel, Antifa Nordost (NEA) und Andreas Kemper

17.04. / 15 Uhr / Eingang Gesundbrunnencenter (Badstr.)
“Der schwarz-rote Wedding bis 1933” – Historischer Stadtspaziergang über Anarchismus im Wedding

21.04. / 19:30 Uhr / FAU-Gewerkschaftslokal
Info- und Mobilisierungsveranstaltung zur Demo mit der Stadtteilinitiative Hände weg vom Wedding und der Erwerbsloseninitiative Basta

22.04 / 10.30 Uhr / Turmstraße
Die Initiative „Wem gehört Moabit“ macht einen Infostand, bei dem über die Arbeit von „Wem gehört Moabit“ und über Details der Organize-Demo informiert wird.

22.04. / 14 Uhr / U Leopoldplatz, Ausgang vor der Nazarethkirche
Stadtspaziergang zu Ausgrenzung und Verdrängung im Wedding

22.04. / 20 Uhr / Eldenaer Straße Ecke Proskauer Straße
Interkiezionale Demonstration zur Aufkündigung des Friedens mit den Reichen und Mächtigen

29.04. / 11 Uhr / Böttgerstr. 8
Sportfest beim Roten Stern Berlin: Diverse Sportarten können auszuprobieren werden und nebenher kann gemeinsam diskutiert oder dem vielfältigen Bühnenprogramm gelauscht werden.

29.04 / 19 Uhr / Böttgerstr. 8
Live Rap-Konzert – Mit Matondo, Controvers und Taha – kostenlos und draußen

28.04.-30.04. / Bethanien
Kongress “Selber machen”: Internationale Konferenz zu Basisorganisierung, Gegenmacht und Autonomie

30.04 / 16 Uhr / Leopoldplatz
Demonstration: Organize! Selbstorganisiert gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung

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Verdrängung beginnt hier: Youniq

Youniq | Müllerstr. 34/Utrecher Str., 13347 Berlin | http://www.youniq.de/de/mieten/mullerstr-34| CORESTATE Capital Group

Der Immobilieninvestor “CORESTATE Capital Group” hat sich was ganz neues für den Wedding ausgedacht: ein hochwertiger Student*innen-Wohnkomplex. Youniq! 160 möblierte Wohnungen mit „Community Spaces“ und auf die „zukünftigen Nutzern“ zugeschnittenen Einzelhandel. Da können die paar übriggebliebenen Cents gleich wieder ausgegeben werden.

Bei diesem Bauprojekt kommen keine bezahlbaren Wohnungen für Studierende herum. Für die 18 m² bis 45 m² müssen die vermeintlichen Studis dann eine Miete von 499,00 € bis 1.119,00 € berappen. Auf der Website des Unternehmens mit Sitz in Luxemburg (Überraschung an!) wird vom hohen „Wertsteigerungspotenzial“ geschwärmt. Der „Chief Investment Officer“ Thomas Landschreiber argumentiert auch ganz unverhohlen für die langfristige Nachfrage nach solchen Wohnungen damit, dass „der Bedarf durch kontinuierlich steigende Erstsemesterzahlen gestärkt wird, die in Kombination mit leeren Kassen bei staatlichen oder konfessionellen Betreibern nicht nur Vollvermietung, sondern lange Wartelisten garantieren“. In den vergangenen Folgen haben wir bereits sehen können, was es bedeutet, wenn die Privatwirtschaft einen irgendwie formulierten „sozialen Auftrag“ bekannt gibt. Aus der Wohnungsnot wird hier eine Profitabsicherung. Studierende sind derzeit ein lohnendes Geschäft. Allerdings werden sich bei Mietpreise von deutlich über 25 Euro pro m² bis zu über 30 m² normale Studis ein solches Zimmer kaum leisten können (Überraschung aus!). Im Übrigen wirken sich dann diese absurden Mietpreise auch auf den Mietspiegel der umliegenden Mietwohnungen aus. Wedding sagt danke.
Ein kleiner „Vertreibungs-Fact“ zum Schluss: Berater des Unternehmens ist übrigens der frühere Bundespräsident Christian Wulff.
Diese Neubauten sind Teil eines ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Bisher veröffentlichte Bauten und ein Zwischenresümee der Kampagne finder ihr hier.

Aufruf zur antikapitalistischen Demonstration am 30. April 2017

Am 30. April 2017 gehen wir gemeinsam auf die Straße. Steigende Mieten, zunehmender Stress vom Jobcenter, rassistische Polizeikontrollen oder fehlende Möglichkeiten und Orte das Leben im Kiez selbst zu gestalten – das alles sind Teile einer sich verschärfenden, kapitalistischen Stadtumstrukturierung, die uns alle betrifft. Unsere Antwort ist Selbstorganisierung von unten! Gemeinsam können wir etwas verändern. Vorab-Termine, mehr Infos und die Route: http://organizeberlin.blogsport.eu/

Selbstverwalteter Wohnraum statt Verdrängung

In Berlin wird es immer schwieriger bezahlbaren Wohnraum zu finden oder zu behalten. Besonders Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben, sind davon bedroht, ihre Wohnungen zu verlieren. Die Mieten steigen immer weiter.

Modernisierungen und Sanierungen sind dabei meist ein vorgeschobenes Mittel der Eigentümer_innen, mehr Geld aus Wohnraum zu pressen. Wer die Miete nicht bezahlen kann, wird schon bald zwangsgeräumt und läuft Gefahr auf der Straße zu landen. Das ist bereits heute Realität für tausende Menschen in Berlin. Bezahlbarer Wohnraum wird dringend benötigt! Doch stattdessen werden Eigentumswohnungen und teure Apartments geschaffen und luxussaniert. Statt der „Sozialen Stadt“ erleben wir eine Umstrukturierung, die nur auf finanzstärkere Menschen zugeschnitten ist. Ganz nach dem Motto: „Arme raus – Reiche rein“!

Unsere Antwort auf Verdrängung ist die gegenseitige Unterstützung im Kiez! Wir wollen gemeinsam gegen die Vereinzelung ankämpfen und keinen Menschen allein lassen, der Angst um die eigene Wohnung hat.

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