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Selbstverständnis

“Hände weg vom Wedding” ist ein Zusammenschluss unterschiedlichster Menschen, die mit den Entwicklungen im Stadtteil nicht einverstanden sind. Wir sehen, wie sich der Wedding immer weiter verändert. Doch das alles geschieht oftmals, ohne dass die Menschen hier gefragt wurden. Das wollen wir ändern. Der Kiez sind wir. Wir wollen bestimmen, was in unseren Straßen, auf unseren Plätzen und in unseren Häusern passiert. Alle anderen sollen ihre Hände vom Wedding lassen! Unsere Vorstellungen von einem besseren Zusammenleben haben wir hier zusammengefasst.

Wir lassen uns nicht durch Rassismus spalten und unterdrücken

Es gibt viele Gründe warum Menschen in die BRD kommen. Einige kommen aus freien Stücken oder um Arbeit zu suchen. Andere weil sie vor Kriegen und Krisen flüchten. Doch anstatt eines besseren Lebens, schlägt ihnen oftmals Ablehnung entgegen. Rassismus hat hierbei viele Gesichter. Er zeigt sich als Gewalt auf der Straße gegen Menschen, die als nicht-“deutsch” wahrgenommen werden, in Form von Angriffen auf Flüchtlingslager oder als Hetze gegen Roma oder Muslime. Es gibt aber auch Rassismus auf dem Wohnungsmarkt und durch Behörden oder rassistische Polizeikontrollen auf Straßen und Bahnhöfen. Wir finden jede Form von Rassismus bekämpfenswert. Wir unterstützen die Kämpfe gegen Residenzpflicht und Lagerunterbringung, gegen Abschiebungen und die Verweigerung von Grundrechten. Gemeinsam können wir für ein menschenwürdiges Leben aller eintreten.

Mietenstop ist möglich

Alle Menschen sollten sich frei entscheiden können, wie und wo sie wohnen möchten. Niemand anderes sollte die Möglichkeit haben, diese Entscheidung einzuschränken. Wir wollen keine Mieterhöhungen mehr erdulden und Sanierungen gegen unseren Willen haben wir satt. Alle, die eine Wohnung brauchen und wollen, sollten auch eine bekommen. Wohnungen sind Lebensräume, um die wir kämpfen werden. Wir lassen uns nicht einfach verdrängen und zwangsräumen. Vermietern und Hauseigentümern, denen es nur um noch mehr Profite geht, sagen wir den Kampf an.

Solidarität kann alles verändern

Rassismus und soziale Ausgrenzung sind keine abstrakten Probleme. Jeden Tag kommt es zu Zwangsräumungen oder Menschen werden allein wegen ihres Aussehens von der Polizei kontrolliert. Wer dagegen etwas machen möchte, wird oftmals selber verfolgt. Doch wir dürfen uns nicht mehr länger einschüchtern lassen – weder vom Staat, der Polizei oder Hauseigentümern. Wir wollen selber bestimmen, was in unseren Kiezen passiert – unser Leben selbst in die Hand nehmen. Doch dazu müssen wir uns zusammenschließen und uns gegenseitig unterstützen. Wenn wir unseren Nachbar_innen, Freund_innen oder Kolleg_innen bei Problemen helfen, können wir sie gemeinsam lösen. Das ist gelebte Solidarität gegen Ausgrenzung und Verdrängung.

Eine bessere Perspektive

Parlamente und Parteien können uns dabei nicht helfen. Einen wirklichen Wandel der Verhältnisse können nur wir selbst erreichen. Deshalb organisieren wir uns “von unten”. Denn uns interessieren nicht die Menschen, die eh schon Geld, Macht oder Ansehen haben. Wir wollen mit allen was machen, die genau die gleichen Probleme haben wie wir. Egal ob sie Stress mit dem Jobcenter haben, soziale Ausgrenzung oder Rassismus erleben müssen oder sich gegen steigende Mieten oder Zwangsräumungen wehren wollen. Nur zusammen können wir eine Alternative zu dem ganzen Mist um uns herum erarbeiten. Wenn wir uns zusammenschließen, können wir mit einer vereinten und lauten Stimme unsere Wut heraus schreien.

Organisieren wir uns- in unseren Betrieben, unseren Häusern, unseren Stadtteilen!

Organisieren wir uns – um Rassismus und sozialer Ausgrenzung gemeinsam den Kampf anzusagen!

Eine antikapitalistische Perspektive bedeutet ein Ende von Staatsgewalt und Ausbeutung. Ein Leben in Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung ist unsere würdevolle Alternative zu den jetzigen Verhältnissen. Unsere Ziele klingen vielleicht weit entfernt. Doch Schritt für Schritt werden wir sie erreichen.