Am 30. April 2019 gehen wir gemeinsam auf die Straße. Steigende Mieten, Zwangsräumungen und Wohnungslosigkeit, Stress auf dem Jobcenter, rassistische Polizeikontrollen und zunehmende Überwachung: Gründe gibt es genug! Viele von uns sind nur zu gut mit den menschenverachtenden Folgen kapitalistischer und rassistischer Stadtpolitik vertraut. Die Spekulation mit Wohnraum von Investor*innen wie Deutsche Wohnen, Akelius & Co. sind Ausdruck eines brutalen Verdrängungsprozesses.

Die rot-rot-grüne Landesregierung vermarktet Berlin als Kapitalstandort, wo Wohnraum vor allem zur Erwirtschaftung von Profiten dient. Besetzungen von Leerstand und die Proteste gegen Zwangsräumungen werden mit Polizeigewalt unterdrückt. Immer noch gibt es jedes Jahr mehr als 3000 Zwangsräumungen. Solange Wohnraum eine Ware ist, sind wir von einem „Menschenrecht auf Wohnen“ weit entfernt. Dieses System produziert täglich Obdachlosigkeit und Angst um die eigene Existenzgrundlage. Zusammen stehen wir in den Kiezen gegen diese Politik von Unterdrückung und einer zunehmenden Überwachung.

Die derzeitige Situation wurde von Menschen gemacht und kann von uns verändert werden. Dafür müssen wir uns als Ausgebeutete und Unterdrückte zusammenschließen. Darum sagen wir: Gemeinsam kämpfen! Spaltungsmechanismen wie Rassismus und soziale Ausgrenzung werden nur solidarisch überwunden.

Die große #Mietenwahnsinns-Demonstration mit Zehntausenden von Menschen hat gezeigt, wie viele inzwischen entschlossen sind, die neoliberale Gesellschaftsordnung nicht länger hinzunehmen. Unsere Alternativen sind Solidarität und Selbstverwaltung in den Kiezen. Orte wie das „Kiezhaus Agnes Reinhold“ sowie die vielen widerständigen Mieter*innen und Projekte [1] zeigen, dass im Wedding und in ganz Berlin viele Ideen und Ansätze für eine Welt jenseits der kapitalistischen Kälte bestehen. Wir unterstützen die Forderung, große Immobilienkonzerne zu enteignen und der Spekulation mit Wohnraum ein Ende zu setzen.

Überlassen wir unsere Kieze und Häuser nicht den Reichen. Gemeinsam zeigen wir am 30.04. im Wedding, dass täglich Kämpfe um Würde geführt werden. Führen wir sie gemeinsam! Menschenwürde statt fette Rendite und Profit.

Demonstration | 30. April 2019 | 17 Uhr | Leopoldplatz (Berlin-Wedding)

Außerdem rufen wir zur Teilnahme auf:

Klassenkämpferischer Block | DGB-Demonstration | 1. Mai 2019 | 9:30 Uhr | Hackescher Markt

Mehr Details zur Demo, die Route und weitere Informationen erhaltet ihr in den kommenden Tagen unter http://organizeberlin.blogsport.eu

[1] Wir solidarisieren uns mit den Kämpfen gegen Verdrängung von Mieter*innen und Projekten wie dem Syndikat, Potse/ Drugstore, G17, Dubliner8, Kolonie10, AmMa65, der Rummelsburger Bucht und vielen mehr!