Auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbades lässt sich eine für Berlin typische und traurige Geschichte nachvollziehen. Das Bad, welches ehemals ein öffentliches und städtisches Schwimmbad der Berliner Bäder Betriebe war, wurde 2002 im Rahmen der neoliberalen Kürzungs- und Privatisierungswelle des Senats geschlossen und schließlich für wenige hunderttausend Euro an einen Privatinvestor verkauft. 2009 eröffnete der windige Investor Arne Piepgras das Stadtbad mit Ateliers, einem Café und einem Club. Nach jahrelangen Zwischenutzungen verkaufte Piepgras das Gebäude für mehrere Millionen.
Ein satter Profit also- und das mit nur wenigen Jahren Spekulationszeit. Nun hat die „Lambert Immobilien GmbH“ 333 Mikroappartements in den Größen von 18 bis 30 Quadratmetern errichtet. Dass hierbei nicht wie von manchen erhofft, günstiger Wohnraum entsteht, zeigt die Werbung mit Mietpreisen von ganzen 23,50 Euro pro Quadratmeter.

Die Zielgruppe ist klar: kapitalträchtige Investor*innen sollen in Berlin zum Kauf der z.T. Voll ausgestatteten Wohnungen bewogen werden, um sie schließlich teuer weiterzuvermieten. Bei der Wohnungsknappheit müssen da auch scho mal ein oder zwei zusätzliche Jobs ran, um sich diese „Edel-Abstellkammer” leisten zu können.

Dieser Neubau ist Teil eines sich ständig verschärfenden Aufwertungsprozesses im Wedding und ganz Berlin. Falls ihr selbst solche Projekte in eurem Kiez gesehen habt, schreibt uns und/ oder kommentiert die Beiträge. Organisieren wir uns gemeinsam gegen den Ausverkauf der Stadt und unserer Kieze.

Die Kampagne Verdrängung beginnt hier begleitet kritisch die aktuellen Neubauprojekte im Kiez.