Resümee zum Besuch der AfD-Veranstaltung am 23.02.2018 im Rathaus Mitte

Wie die AfD versuchte ihre rassistische Propaganda als Bürger*innendialog zur geplanten Umbenennung von nach Kolonialverbrechern benannten Straßen zu inszenieren und grandios scheiterte:

Bereits das von AfD-Mitgliedern besetzte Podium und die angestrebte Rededominanz der Moderation (Sabine Schüler, stellv. Vorsitzende der AfD-Fraktion BVV Mitte) und des Monologes des AfD-Bundestagsabgeordneten Götz Frömming, entlarvte die ganze Veranstaltung (“Straßenumbenennung: moderner Kolonialismus?”) schon zu Beginn als Scheindialog. Organisiert wurde diese von der AfD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte.
Von Beginn an ließen sich die dutzenden anwesenden Antirassist*innen und Antifaschist*innen jedoch nicht durch Drohungen und das erzwungene Verlassen einer widerständigen Person zum Schweigen bringen. Deutlich und immer wieder sehr lautstark machten wir Frömming und Co. klar, dass wir nichts auf ihr schmieriges Gerede geben. Deutlich in der Mehrheit ließen wir mit konkreten und solidarischen Gegenargumentationen der rassistischen Scheiße keinen Raum.
Die vollkommen überforderte Moderatorin hatte dem nichts entgegenzusetzen und musste schließlich die eigenen Filmenden und Fotografierenden dazu auffordern, Anwesende nicht direkt zu filmen.

Frömming, ehemals Lehrer am Weddinger Lessing-Gymnasium, versuchte einerseits in überheblicher Lehrer*innenmanier kritisches Geschichtsbewusstsein zu heucheln, um im nächsten Nebensatz kolonialistische Eroberung, Versklavung und Völkermorde des Deutschen Kolonialismus als verhältnismäßig unbedeutend darzustellen. Sein wissenschaftlicher Mitarbeiter glorifizierte die geschehenen Verbrechen sogar als Zivilisierung. Die Vorstellung, dass er als ehemaliger Geschichtslehrer zur politischen Bildung junger Menschen beitrug, ist widerlich. Auf Gegenargumentationen wurde den Antirassist*innen ein “Rassismus-Vorwurf” gemacht. Eine alt bekannte Strategie, Begrifflichkeiten zu verwässern und sich in eine angebliche Opfer-Rolle begeben zu können.

Während zum genannten Bürger*innen-Dialog aufgerufen wurde, konnte die Veranstaltung und ihre Inhalte deutlich von antirassistischen Positionen dominiert werden. Die eingeladenen “Bürger*innen” waren fast ausschließlich Mitglieder des schwach aufgestellten AfD-Verbandes Mitte. Viele anwesenden Personen stammten aus dem Reinickendorfer AfD-Verband und versuchten sich vergeblich in zusammenhängenden Argumentationen.

Die Veranstaltung kann getrost als gescheitert bezeichnet werden, die lediglich die eigenen Parteimitglieder und engen Sympathisant*innen mobilisieren konnte. Sogar das AfD-Mitglied Wolfgang Hebold, aufgrund massiver rassistischer Äußerungen in der Wahl zum Lichtenberger Stadtrat im letzten Jahr gescheitert, ließ sich blicken. Lediglich ein Gewerbetreibender aus dem “Afrikanischen Viertel” ließ sich vor den AfD-Karren spannen und beklagte sich über fehlende Bürger*innenbeteiligung.

Die erfolgreiche antirassistische und antifaschistische Intervention kann dabei nur ein Anfang sein. Haltet Augen und Ohren offen. Wenn ihr rechte/ rassistische Veranstaltungen in den Kiezen bemerkt, macht auf sie aufmerksam und geht diese an. Keinen Raum und keine Ruhe der AfD.