Solidaritätsbekundung mit der Kiezbar „Maluma Dreams“ und unserem Nachbar Emmanuel Akakpo: Seit mehreren Monaten macht der Verdrängungsprozess um die 17 Jahre alte Kiezbar in der Torfstraße 16 lokale und überregionale Schlagzeilen. Bereits am 30.04.2017 hörten mehrere tausend Menschen seinen Redebeitrag auf der Kiezdemo “Organize!”. Auf der Petitionsplatform “change.org” dokumentiert der betroffene Mieter und Betreiber wirkungsvoll seine Geschichte. Mehr als 80.000 Menschen solidarisieren sich bisher virtuell für den Erhalt.

Es scheint als sei der Traum ausgeträumt, doch als Nachbar*innen wollen wir uns nicht allein lassen. Kommt zum solidarischen Kiez Fototermin am 01.02.18 um 15 Uhr, Torfstr. 16! Es folgt ein offener Protestbrief:

Offener Protestbrief an Bürgermeister Olaf Heinrich zur Kündigung der Kiezbar „Maluma Dreams“

Adresse: Olaf Heinrich, CSU Freyung-Grafenau, Krankenhausstraße, 394078 Freyung

Herr Heinrich,

wir sind aktive und solidarische Nachbar*innen aus dem Wedding und haben von unserem Nachbarn Emmanuel Akakpo und über dessen Petition auf change.org von der Kündigung der seit 17 Jahren bestehenden Kiezbar „Maluma Dreams“ erfahren.

Emmanuel Akakpo konnte bereits mehr als 80.000 Menschen zur Unterzeichnung seiner Petition bewegen und auch medial stark auf sich aufmerksam machen. Aber auch hier in der Nachbarschaft, auf der Straße sind sowohl der Verlust, aber auch die Solidarität und der Widerstand zu spüren.

Wir, die stadtteilpolitischen Aktivist*innen von „Hände weg vom Wedding“ werden das nicht hinnehmen. Wir stehen Schulter an Schulter mit Emmanuel Akakpo und tragen unseren solidarischen Protest auf die Straße und in die Öffentlichkeit. Wahrscheinlich ist es einem privilegierten Bürgermeister und Hauseigentümer – wie ihnen – nicht vorstellbar, wie es sich anfühlt das eigene soziale Netzwerk und die Existenzgrundlage zu verlieren. Doch genau das ist das Resultat ihres Handelns, Herr Heinrich!

Seit langem erfahren wir den Verlust von Nachbar*innen durch Entmietung, Zwangsräumung und den Ausverkauf der Stadt Berlin. Die Weddinger Nachbarschaft ist insbesondere im Sprengel Kiez von Verdrängung durch Mieterhöhungen betroffen. Bedrohtes Kleingewerbe ist keine Ausnahme, sondern die traurige Regel. Welche Motivation haben sie, sich in die entmenschlichende, profit- und machtorientierte Verdrängungspraxis, die überall im Wedding zu beobachten ist, einzureihen?

Unsere Solidaritätsbekundung mit der Kiezbar „Maluma Dreams“ steht im Kontext einer breiten und widerständigen Selbstorganisation von Kleingewerbetreibenden und Nachbar*innen gegen Verdrängung, welche von Wedding bis Kreuzberg sichtbar wird.

Wenn sie wissen wollen, wie dieser Widerstand aussieht, dann kommen sie zu den nächsten öffentlichen mietenpolitischen Protesten nach Berlin: Am 17.2., 14.4. oder am 30.4.2018. Und wenn sie dann schon mal da sind, dann treffen sie sich mit unserem Nachbarn Emmanuel Akakpo. Ein persönliches, respektvolles Gespräch mit Emmanuel über seine Perspektiven ist das Mindeste. Sie als Bürgermeister sollten doch wissen, wie wichtig soziale Empathie und der direkte Kontakt zu Menschen ist. Nutzen sie die Möglichkeit, noch können sie das von ihnen entstandene Bild revidieren. Machen Sie die Kündigung rückgängig.

In Erwartung einer baldigen Antwort

Stadtteilinitiative „Hände weg vom Wedding“