Die letzte Schlacht im Kampf um die Friedel54 ist eröffnet!
Seit längerer Zeit kämpfen Mieter*innen, Aktive des Projektraumes und solidarische Anwohner*innen gegen Mieterhöhungen und Verdrängungen in der Neuköllner Friedelstraße. Ursprünglich von der Wiener Immobiliengesellschaft CITEC erworben, führten zahlreiche Solidaritätsaktionen zu einem hohen Druck auf die vermeintlichen Eigentümer*innen. Statt schneller Rendite erwarteten sie ein langer und kraftvoller Mieter*innenprotest, der von zahlreichen Personen und Stadtteilinitiativen, weit über Berlin hinaus, tatkräftig unterstützt wird.

Mit dem Vortäuschen von Verhandlungsbereitschaft, dem möglichen Kauf des Hauses durch die Mieter*innen, sollte die Dynamik aus kollektivem Widerstand von Kiezladen und Mieter*innen erlahmen lassen. Nachdem sich Verhandlungen über einen Kauf des Hauses durch die Mieter*innen vermeintlich andeuteten, verkauften die Eigentümer*innen kurzerhand das Haus als Spekulationsobjekt an die luxemburger Briefkastenfirma „Pinehill Sárl“. Erster Kontakt der neuen Eigentümer*innen bestand im Senden der Räumungsklage. Der Kiezladen “F54” soll nun endgültig vertrieben werden. Dass dies kein Zufall ist, ist allen klar: Orte der kollektiven Selbstorganisierung und der Widerständigkeit sollen abgewickelt werden. Der Kiezladen stellt bis heute einen bedeutenden Raum dar, in dem sich politische Initiativen und engagierte Einzelpersonen gegen Rassismus, soziale Ausgrenzung und für unkommerzielle Kulturangebote organisieren können.
Erst der Kiezladen, dann die Mieter*innen?
Für uns ist klar, wir brauchen in allen Kiezen ein, zwei, viele Kiezläden! Wenn Rendite- und Profitinteressen weiter mit dem Willen der herrschenden Parteien und dem Polizeiknüppel gewaltstam durchgesetzt werden, dürfen wir nicht auf einen rot-rot-grünen Senat und ihrer unsozialen und rassistsichen Sozialagenda hoffen. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen! In unseren Kiezen Gegenangebote zur Vereinzelung und Entfremdung zu schaffen, bedeutet Solidarität und einen Aufbau einer anderen Gesellschaftsstruktur. Wenn die Friedel geräumt wird, wenn Mieter*innen verdrängt werden, ob in Neukölln, Wedding oder Treptow: vernetzen wir uns weiter und setzen ihrer kapitalistischen Scheisse Kollektivität entgegen. Ob Zwangsräumungen, Mieterhöhungen oder das perfide Ausspielen von geflüchteten Neuberliner*innen und denen, die bereits länger hier wohnen: unsere Solidarität gegen ihre Profite!
    
Beteiligt euch an Aktionen gegen den neoliberalen Stadtumbau, gegen die drohende Räumung der Friedel!
    
Hände weg von unseren Kiezen!
Hände weg vom Wedding im Oktober 2016