Archive for the ‘Aktuell’ Category

Tresen im Juni: #Zusammensetzen für einen solidarischen Kiez!

Mittwoch, Juni 6th, 2018

Diesen Monat nutzen wir den regelmäßigen Tresen im Café Cralle um Nachbar*innen, Freund*innen und Kolleg*innen zu treffen, ohne ein konkretes Rahmenprogramm oder eine Veranstaltung. Wir wollen die Zeit nutzen um solidarische Gespräche zu führen. Aktuelle Kämpfe, also Stress im Alltag, nervende Formulare, Lohn- und Wohnsituation, Jobcenter-Termine sind genau die Themen wofür dieser Abend einen Raum im Kiez bietet. Es bewegt sich was doch der kapitalistische Alltag im Wedding erdrückt unsere Nachbarschaft. Daher müssen wir Lösungen, Alternativen und Perspektiven von unten entwickeln – also kommt vorbei, lernt euch kennen!

Unterstützt widerständige Organisierungsprozesse in der Nachbarschaft z.B. mit einer Spende durch den Genuss unseres Soli-Drinks “Roter Wedding” an der Bar!

Do. 07.06.18 | 20 Uhr | Café Cralle | Hochstädter Str. 10a

Verdrängt in Berlin – Folge 36 – Käffchen statt Räumkommando (Staffel 5)

Dienstag, Juni 5th, 2018

Mit einem großen Banner beteiligte sich die von Zwangsräumung bedrohte WG der Dubliner Straße 8 an der Großdemonstation unter dem Motto: “Widersetzen gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung!” am 14. April 2018 am Potsdamer Platz. Unter den knapp 30.000 Menschen wurden 2.500 Flyer gegen die zu dem Zeitpunkt angekündigte Zwangsräumung verteilt.

Denn die Briefkastenfirma Großvenediger GmbH wollte das Urteil vom Bundesgerichtshof (BGH) nicht abwarten. Stattdessen plante sie, die WG am 25. April im dritten Anlauf gewaltsam rausschmeißen zu lassen, bevor sich der BGH überhaupt mit dem Fall beschäftigt hat. Wenige Tage vorher fand aus diesem Anlass in den Räumen der Kornelius-Kirche eine motivierende Nachbarschaftsversammlung statt. Die Zwangsräumung sollte blockiert werden.

Doch im Gegensatz zu der WG war die Großvenediger GmbH zu geizig, um die vom Landgericht geforderte Sicherheitsleistung zu hinterlegen. Diese ist eine Kaution aus der eventuelle Schadensersatzansprüche an die jeweilige Streitpartei ausgezahlt werden.
Weil die WG ihre Hinterlegungsscheine vorlegte, die Großvenediger GmbH aber nicht, konnte die Gerichtsvollzieherin die WG dann doch nicht wie angekündigt am Mittwoch, den 25. April 2018, zwangsräumen! Statt Blaulicht und martialischem Räumkommando fand also am Tag selber ein entspanntes Nachbarschaftsfrühstück vor dem Haus statt. Die WG freut sich erstmal in der Wohnung bleiben zu können.

Doch auch für die Abwendung eines eventuellen weiteren Räumungsversuchs gibt es schon Pläne. Wenn die Eigentümerin weiterhin auf Gewalt setzt und dafür Obdachlosigkeit in Kauf nimmt, dann wird sie mit einem wachsenden Widerstand einer sich immer besser organisierenden Nachbarschaft und noch mehr Aktionen gegen sie konfrontiert werden.

Die letzte Folge verpasst? Hier gibt es alle Folgen gesammelt: http://haendewegvomwedding.blogsport.eu/?page_id=2440

 

Öffentliche Auswertung und Perspektiven der antikapitalistischen Kiezdemo

Mittwoch, Mai 9th, 2018

30.04.2018_Organize-Demo (2)

Nach der Demo ist vor der Organisierung. Deswegen laden wir euch herzlich ein den kommenden Montag (14. Mai) bei der öffentlichen Auswertung unserer Demonstration „Widerständig und Solidarisch im Alltag – Organize!“ vorbei zuschauen. Lasst uns gemeinsam kennen lernen, vernetzen, organisieren!

Vor zwei Wochen zogen wir mit unserer antikapitalistischen Demonstration durch den Wedding um auf steigende Mieten, Alltagsrassismus und soziale Ausgrenzung, aber auch Selbstorganisierung und Widerständigkeit aufmerksam zu machen. Organisiert wurde die Demonstration jetzt im zweiten Jahr von einem Bündnis verschiedener Gruppen und Einzelpersonen. Wir wollen mit euch die Demo gemeinsam auswerten und schauen, wo wir Rassismus und der zunehmenden Verdrängung aus unseren Kiezen Solidarität im Alltag entgegensetzen können. Dazu schauen wir gemeinsam Videos, sprechen über antikapitalistische Widerstände im Kiez und schmieden Pläne für zukünftige Kämpfe. Lasst uns in entspannter Atmosphäre kennenlernen, austauschen und vernetzen!

14.05.2018 | ab 19:30 Uhr | Groni50, Groninger Straße 50

Kurzbericht: Tausende im Wedding für eine kämpferische und solidarische Nachbarschaft

Montag, April 30th, 2018


Unter dem Motto “Widerständig und solidarisch im Alltag – Organize!” gingen im Berliner Stadteil Wedding am 30.04.18 rund 4000 Menschen auf die Straße. Bereits im Vorfeld der Demonstration kamen viele Initiativen aus dem Wedding in einem Bündnis zusammen um nicht nur dem Protest einen kollektiven Ausdruck zu verleihen, sondern auch um eine ganze Aktionswoche vom 20. – 30.04. durchzuführen. (http://organizeberlin.blogsport.eu)

Eine hoch verschuldete Stadt wie Berlin muss mit aller Gewalt noch mehr Rendite erwirtschaften. Dieser Logik folgend ist es kein Zufall das sich immer mehr Nachbar*innen im Kiez, durch den anhaltenden Ausverkauf der Stadt, einer agressiver Verdrängung ausgesetzt sehen. Die jährliche antikapitalistische Demonstration steht seit 2012 für den Widerstand gegen steigende Mieten, tägliche Zwangsräumungen, rassistische Polizeikontrollen, soziale Ausgrenzung, Überwachung, Rassismus und Jobcenter-Stress. Auch dieses Jahr wird für eine solidarische Alternative zur hilflosen Berliner Wohnungs- und Sozialpolitk mobilisiert.

Mit Sprechchören, Transparenten und Schildern machte die Demonstration am Montagabend auf ihre Anliegen aufmerksam. Mehrere teure Neubauprojekte wie zum Beispiel das “Campus Viva I” in der Koloniestraße wurden passiert und von Lautsprecherwagen kritisch markiert. Auch Gefahrengebiete, also Sonderbefugniszonen der Polizei wurden durchlaufen. Rassistische Polizeikontrollen sind hier der Alltag! Doch auch der agressive Ausbau staatlicher (Kamera-)Überwachung, Kontrolle und Bespitzelung wie der #Schnüffelwagen werden hier erprobt.

Vereinzelte Schikanen, sowie permanente Observationen durch die Berliner Polizei konnten die Stimmung nicht drücken oder den Protest nachhaltig kriminalisieren. Auch kleineren faschistischen Provokationen wurde entschlossen entgegengetreten. 

Besonders beeindruckend waren die vielen Familien mit Kindern die sich in einem eigenen Block ab Leopoldplatz der Demonstration anschlossen. Auch unsere Straßen sollen ein Raum sein wo wir alle solidarisch zusammenkommen können. An Häusern und auf Dächern im Kiez konnten viele ermutigende Solidaritätsbekundungen beobachtet werden.

Im Alltag werden wir weiter die Organisierung in der Nachbarschaft fördern und geben dabei Parteien und Parlamenten eine klare Absage: Eine wirkliche Veränderung kann nur gemeinsam von unten geschaffen werden! Auch deswegen wollen wir mit euch und anderen das Kiezhaus Agnes Reinhold im Wedding aufbauen. Für eine solidarische und antikapitalistische Perspektive.

Bericht zur Demonstrationsbeobachtung vom Arbeitskreis der kritischen Jurist*innen

Mehr Fotos von Left Report

Videobericht von der Organize-Demo 2018 from left report on Vimeo.