Verdrängt in Berlin – Folge 14: Lebt die Hausverwaltung noch?

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Ja, sie lebt noch! Und wir lernen: Totgeglaubte leben halt manchmal doch länger. Lange Zeit herrschte zwischen der Hausverwaltung und der WG eine wahre Friedhofsruhe. Auf ganz normale Nachfragen wurde nicht mehr reagiert und nur noch auf dem Rechtsweg kommuniziert. Doch nun kommt langsam Bewegung in die erstarrte Verwaltung. Nach einer gemeinsamen Mängelanzeige der WG und zwei Nachbar*innen antwortete die Hausverwaltung erstmals nach 1 Jahr! Und nicht nur das. Sie schickte sogar eine Firma vorbei, die die Mängel aufnahm.

Doch so wie es in der Wohnung voran geht, stockt das Verfahren vor Gericht. Der klagende Anwalt hat inzwischen zweimal um eine Fristverlängerung beim Amtsgericht gebeten. Als Grund gibt er an, dass der zuständige Mitarbeiter bei der Hausverwaltung erst „arbeitsbedingt überlastet“ und dann im Urlaub war. Das Aufwachen aus dem vermeintlichen Totenschlaf ist halt doch sehr anstrengend und zeitaufwendig. Warum eine Hausverwaltung, die kaum Informationen hat und die nur mühsam schafft, ihre Aufgaben irgendwie zu erledigen, reihenweise Mieter*innen rausklagt, um danach deren Räume leer stehen zu lassen, und nahezu aussichtslose Gerichtsprozesse in Gang setzt, bleibt rätselhaft.

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Organize – United neighbours against racism and social exclusion

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Organize – Nachbar*innen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung

Am 30.04. gehen wir gemeinsam auf die Straße. Zusammen wollen wir etwas dagegen tun, dass das Leben in unserem Kiez täglich beschissener wird. Die Mieten steigen und für viele reicht das Geld kaum zum Leben. Entweder ist der Lohn zu niedrig, die Arbeitsbedingungen erdrückend oder das Jobcenter zahlt nicht. Immer mehr Menschen können sich ihre Wohnungen oder Läden nicht mehr leisten. Im schlimmsten Fall droht die Zwangsräumung.

Die herrschende Politik kennt die Probleme, doch sie schaut weg und verschlimmert sie. Die Stadt wird dem Markt überlassen. Anstatt bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen, werden Luxusprojekte für wenige unterstützt. Überall in Berlin ist das so – nicht nur im Wedding. Wir erleben einen unsozialen Umbau der Stadt, die nur noch ein Produkt kapitalistischer Interessen ist. Das Motto lautet: Arme raus – Reiche rein! Das betrifft nicht nur Menschen, die bereits länger hier wohnen. So müssen Geflüchtete unter menschenverachtenden Bedingungen in Lagern leben und die Lagerindustrie verdient auch noch Geld an ihnen. Im Ringen um Profite wird dabei stets versucht, diejenigen gegeneinander auszuspielen, die ohnehin ausgebeutet und ausgegrenzt werden. Gleichzeitig nimmt die staatliche Überwachung und Gewaltausübung durch immer mehr Polizei und private Sicherheitsdienste weiter zu. Ständige rassistische und erniedrigende Kontrollen auf Straßen und Bahnhöfen prägen unser Leben. Sogenannte Gefahrengebiete schaffen rechtsfreie Räume, in denen Polizeigewalt zum Normalzustand wird.

Das wollen wir ändern! Die derzeitige Situation wurde von Menschen gemacht und kann auch von Menschen verändert werden. Es gibt Alternativen! Wir wollen eine Stadt für alle. Eine Stadt, in der wir selbst unsere Kieze, unsere Häuser und unsere Parks gestalten. Statt Leerstand und Ferienwohnungen in Mietshäusern wollen wir Wohnraum. Wir wollen soziale Zentren und Jugendclubs statt Luxusprojekte. Wir wollen Recht auf Wohnen statt Lagerunterbringung. Wir wollen Freiheit statt Sicherheitswahn.

Im Zuge der Berlin-Wahlen im kommenden September geben wir Parteien und Parlamenten, welche Teilhabe ständig nur vortäuschen, eine klare Absage. Eine wirkliche Veränderung kann nur gemeinsam von unten geschafft werden. Lasst uns gemeinsam als Nachbar*innen für die Selbstverwaltung unserer Viertel und unserer Stadt kämpfen – gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung. Wir lassen uns nicht spalten.

Organize – für eine solidarische Stadt und Gesellschaft.

30.04.2016 | 16:30 Uhr | U-Bhf Osloer Straße | Berlin – Wedding

Verdrängt in Berlin – Folge 13: Gemeinsam gegen Abzocke

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Ohne Angabe irgendeiner Begründung fordert die Vermieterin ab Januar 2016 135 Euro mehr Betriebskostenvorauszahlungen pro Monat. Interessant wäre, wie es zu den Kosten kommt. Verlässliche Abrechnungen hat die WG seit Jahren nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich handelt es sich nur um eine weitere Schikane, um unliebsame Mieter*innen zu nerven. Doch das Geld wird die Hausverwaltung nicht bekommen, weil sich die WG nicht abzocken lässt!
Apropos Betriebskosten. Kurz vor Jahresende kamen ein paar Zettel per Post, die als Nebenkostenabrechnung bezeichnet werden. Fraglich ist allerdings, ob überhaupt die formalen Voraussetzungen einer solchen erfüllt sind. Trotz der Formschwächen wird – wer hätte es geahnt – eine saftige Nachzahlung gefordert. Und das unter anderem von Personen, die gar nicht in der WG leben! Außerdem wird wieder versucht, die Nebenkosten des Gewerbes auf alle Mieter*innen abzuwälzen. Das ist schon beim letzten Mal kläglich gescheitert und wird es auch dieses Mal. Zusätzlich werden Zahlungen für vermeintliche Leistungen verlangt, die gar nicht im Mietvertrag vereinbart wurden. Alles in allem ist diese vermeintliche Nebenkostenabrechnung vor allem Papierverschwendung. Das haben inzwischen auch andere Mietparteien im Haus gemerkt. Wer hat schon Lust, sich andauernd abziehen zu lassen? Immer mehr widersprechen dem als Nebenkostenabrechnung getarnten Betrug. Der Anfang ist bereits getan! Vor allem neue Mieter*innen sind allerdings noch sehr zurückhaltend, wahrscheinlich aus Angst um die Wohnungen. Doch das Einfordern von grundsätzlichen Mieter*innenrechten ist wichtig. Gemeinsam können alle Mietparteien der Verwaltung richtig Stress machen und für ihre Rechte kämpfen.

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Matondo – Hände weg

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